Vorführeffekt

Vorführeffekt: Lumma-BMW 350CLR

Vorführeffekt: Lumma-BMW 350CLR

Vorführeffekt: Lumma-BMW 350CLR

Vorführeffekt: Lumma-BMW 350CLR

Fotos: Marcel Kühler

Das BMW 335i Coupé (E92) war bei seinem Stapellauf im Jahr 2006 ein gefundenes Fressen für die Tunergilde. Schließlich bekam der dynamische Zweitürer bereits vom Werk eine äußerst ansprechende Linienführung und ein Sahneteil von einem Biturbo-Motor, das nur danach schrie mit relativ einfachen (elektronischen) Mitteln zu Höchstleistungen angespornt zu werden, mit auf seinen eiligen Weg. Dieser führte direkt in die Herzen vieler Fans, die in dem aufgeladenen Sportcoupé eine etwas weniger anstrengende, dafür aber bedeutend wirtschaftlichere Alternative zum M3 sahen. Entsprechend vielfältig fielen die veredelten Versionen des 335i aus. Einige Tuner beließen es bei Leistungssteigerungen, andere wiederum schneiderten dem Coupé ein Komplettpaket auf den schönen Leib. Zu letzterer Sorte gehörte auch Lumma aus Winterlingen.

Firmengründer und Namensgeber Horst Lumma ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Tuningbranche. Sein 1987 aus der Taufe gehobenes Unternehmen ”Lumma Tuning”, das anfangs noch unter ”Lumma Cabriotechnik & Design” firmierte, spezialisierte sich auf Zubehör für alle erdenklichen Fabrikate. Vorwiegend bot man in der Folgezeit sportliche Karosserie-Anbauteile aus Kunststoff, wie Schürzen, Schweller oder Spoiler an. 2006 gründete der Winterlinger die Sparte ”Lumma Design”, die sich fortan abgegrenzt von restlichen Betätigungsfeld des Unternehmens um das Veredeln so genannter ”Premium-Fahrzeuge” kümmern sollte. Seitdem erregte man mit vielen eigenwilligen Kreationen – beispielsweise auf M6-, X6- oder M5-Basis – großes Aufsehen.

Auf dem Genfer Autosalon, immerhin eine der wichtigsten Automobil-Messen weltweit, stellte Lumma 2008 seine Interpretation des 335i Coupés vor. Und da die angewendeten Maßnahmen äußerst umfangreich ausfielen, gab man dem Kind konsequenterweise einen gänzlich neuen Namen: Die schnee- beziehungsweise alpinweiße Schönheit stellte sich unter der Bezeichnung ”CLR 350 RS” dem Blitzlichtgewitter tausender professioneller oder privater Fotografen. Auf den entstandenen Bildern ist ein überaus sportliches Fahrzeug zu sehen, wofür in der Hauptsache das umfangreiche Aerodynamikpaket zuständig ist. Dazu gehören rasant gezeichnete Schürzen und Seitenschweller genauso, wie die schicken Kohlefaser-Applikationen. Die Nieren, die Außenspiegelkappen, der Dachkantenspoiler und die Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel bestehen aus dem ultraleichten Rennsportmaterial Karbon.

Aber auch technisch legte Lumma Hand an: Der famose Turbo-Motor erhielt durch einen gezielten Eingriff in die Elektronik eine saftige Portion mehr Power. Insgesamt liegen heute 360 statt 306 PS an. Das maximale Drehmoment stieg in diesem Zusammenhang um deftige 120 auf 520 Newtonmeter. Auf den Boden gebracht wird die Power über riesige  Dunlop-”SP SportMaxx”-Reifen in der Dimension 285/25 ZR20. An der Antriebslosen Lenkachse sind die Gummis zwar etwas schmaler (245/30 ZR20), aber immer noch weit davon entfernt, als Trennscheiben durchzugehen. Vorn wie hinten sind die Pneus auf auf dreiteiligen Leichtmetallfelgen vom Typ ”CLR 350 RS” untergebracht. Trotz der groß bemessenen Rad-Reifen-Kombination realisierte Lumma bei seinem Vorzeigeobjekt eine 40-Millimeter-Tieferlegung, die durch ein höhenverstellbares H&R-Gewindefahrwerk zustande kam.

Für das Interieur kreierte der Tuner eine besonders edle Leder-Alcantara-Kombination. Die Oberfläche des Leders wirkt wie eine Karbonstruktur, während die Alcantara-Flächen auf den Sitzen, der Rückbank sowie den Tür- und Seitenverkleidungen rautenförmig abgenäht wurden. Weitere Individuelle Details sind die hauseigenen, weißen Instrumentenskalen, weiß lackierte Dekorleisten, weiße Pedale mit ”Lumma”-Branding und ebenfalls weiße Einlagen am Auomatikwählhebel und Handbremsgriff.

In diesem Zustand stellte man das Coupé auf der Essen Motor Show des Jahres 2008 dem Tuning-begeisterten Publikum vor. Unter den Besuchern war auch Christian Fößel, BMW-Fan aus Oberfranken. Er wollte sich Anregungen für einen E92 holen, nachdem er seinen 330Ci E46 veräußert hatte und nun auf der Suche nach einem neuen Fahrzeug war. Christan nahm alle ausgestellten 3er Coupés genau unter die Lupe und entschied für sich, dass Lumma das attraktivste Paket zusammengeschnürt hatte. Im Gegensatz zu vielen anderen Hobby-Tunern wollte der gelernte Mälzer und Brauer nicht selbst Hand an ein serienmäßiges Fahrzeug anlegen. Vielmehr war er auf der Suche nach einem ”fast fertigen” Auto, wie er selbst erzählt: ”Ich wollte ein professionell aufgebautes Fahrzeug kaufen. In Essen habe ich mir die Ausstellungsstücke von AC Schnitzer, Kerscher und  Lumma angesehen. Der Lumma-Umbau hat mir eindeutig am besten gefallen. Ich habe dann einfach ein paar Tage später in Winterlingen angerufen, ob das Fahrzeug nicht zu verkaufen sei.” Christan bekam ein positives Feedback und wurde stolzer Besitzer eine Messe-Stars.

Allerdings erwähnte er ja, dass er ein ”fast fertiges” Auto gesucht hatte. Dementsprechend hatte er ein paar eigene Ideen, die er nun an seinem neuen BMW umsetzen wollte. Der Hobby-Westernreiter erweiterte das Gesamtkunstwerk um dunkel lasierte Rückleuchten sowie M3-Kotflügelkiemen und baute die Innenraumbeleuchtung komplett auf LED um. Ebenfalls in LED erstrahlen heute die modifizierten Coronaringe; die Nebelscheinwerfer erhielten Xenon-Brenner. Außerdem verschönerte der 28-Jährige den Motorraum mit einem roten Motordeckel und Kohlefaser-Abdeckungen. Und auch wenn der 335i jetzt schon zahlreiche anerkennende Blicke und offene Münder hervorruft, hat Christian noch ein weiteres Vorhaben: Demnächst soll eine Kohlefaser-Motorhaube den ohnehin äußerst positiven Vorführeffekt des Coupés noch steigern – weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen!

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt´s in BMW SCENE Ausgabe 02/11!

Von: Marcel Kühler

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