V-Power plus

Werk eines Auto-Gourmets: BMW 540i (E39)

Werk eines Auto-Gourmets: BMW 540i (E39)

Werk eines Auto-Gourmets: BMW 540i (E39)

Fotos: Marcel Kühler

Im Jahr 2006 begab sich Frank Seidel auf die Suche nach einem neuen, vierrädrigen Weggefährten für den Alltag. Er hatte klare Vorstellungen davon, was er haben wollte. Sein neues Fahrzeug sollte neben einem kräftigen Motor auch eine möglichst komplette Ausstattung bieten. In Hamburg wurde der damals 26-Jährige fündig: ”Meinen 540iA habe ich in der Hansestadt gekauft. Die entscheidenden Argumente für den E39 waren die komfortable Steptronic, die Wasserbüffel-Belederung, die Standheizung und natürlich das Achtzylinder-Herz, das trotz 130.000 zurückgelegter Kilometer seidenweich lief. Außerdem gab es für 500 Euro Aufpreis noch einen schicken Alpina-Classic-Radsatz in 8J und 9J x 18 Zoll dazu.”

Nach der Rückfahrt in die Heimat, legte Frank seinen BMW jedoch erst einmal über die Wintermonate still und überlegte sich, wie er dem flotten Gleiter einen individuelleren Anstrich verleihen könnte. Als erste Maßnahme erhielt der Bajuware ein Gewindefahrwerk der Variante 2, welches in der Höhe und auch in der Härte konfigurierbar ist. Allerdings kamen die KW-Federbeine nur an der Vorderachse zum Einsatz. Der Grund: Hinten hatte der Erstbesitzer die für Limousinen eher untypische Niveauregulierung geordert. Sie konnte mittels einer Überarbeitung der Software in die Knie gezwungen werden.

Als störend empfand der Sachse zu diesem Zeitpunkt die unmodischen Beleuchtungseinheiten seines Fahrzeuges, mit denen es als Vorfacelift-Modell vom Band gelaufen war. Die Rückleuchten des im Jahr 2000 auf den Markt gebrachten Facelifts sollten zunächst Abhilfe schaffen. 200-Zellen-Sportkatalysatoren der Marke Uni-Fit, eine Eisenmann-Auspuffanlage und Facelift-Nieren komplettierten den Status-Quo, mit dem Frank in seine erste Saison ging.

Nachdem der gelernte Vermessungstechniker seinen V8-Star etwas besser kennengelernt hatte, realisierte er im Sommer 2007 weitere Veränderungen. Sie galten sowohl den Alpina-Felgen, die Frank hochglanzverdichten ließ, als auch der Front des 5ers. Letztere erhielt eine M5-Schürze mit eigens entwickelten Air-Intakes für eine bessere Entlüftung der Bremsanlage. Diese wiederum wurde mit Sandtler-Scheiben und weiß lackierten Sätteln verstärkt beziehungsweise verschönert. Ferner entfernte der penible BMW-Fan die unschicken, matten Stoßleisten und ersetzte sie durch Hochglanz-Leisten mit M-Logo. Das alles reichte dem Dresdner allerdings bei weitem noch nicht.

Im darauf folgenden Winter wurde er deshalb einmal mehr aktiv und setzte originale Xenon-Scheinwerfer in den dafür vorgesehenen Öffnungen ein. Erstmals machte er sich währenddessen Gedanken über Verschönerungen im Innenraum – wobei dies aufgrund der sehr guten Ausstattung inklusive edler Hölzer und geschmeidigem Leder nicht gerade einfach war. Ein technisches Upgrade war aber dennoch möglich. Ergo erweiterte Frank das Multimedia-Paket in seiner Reiselimousine um einen 16:9-Bordmonitor des 2000er-Facelift-5ers sowie einen passenden MK3-Navirechner.

Beinahe markierte dies den Schlusspunkt in der noch jungen Beziehung zwischen dem Fahrer und seinem 5er. Frank und seine Lebensgefährtin Franzi waren zwischenzeitlich stolze Eltern zweier Zwillingsmädels geworden, weswegen zur Diskussion stand, den Viertürer zu verkaufen. Zwei handfeste Gründe sprachen jedoch dagegen: Erstens war der Marktwert der Baureihe E39 mittlerweile in den Keller gerauscht, und zweitens hatte der BMW-Fan zu viel Herzblut in sein Projekt gesteckt. Nach ausgiebigen Praxistests mit der ganzen jungen Familie fiel schlussendlich die Entscheidung: Der 5er bleibt! Als Alltagswagen leistete er fortan treue Dienste.

Eine weitere Tuning-Großoffensive eröffnete Frank ab Herbst 2009. Diese sollte den 540iA komplett auf den Kopf stellen. Hilfreich zur Seite standen dem Dresdner dabei Kumpel Andi von AS-Tuning sowie ”Henne”, ein guter Freund aus Leipzig. ”An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank für Eure Hilfe und vor allem Nervenstärke, Jungs!”, ergänzt der 29-Jährige augenzwinkernd. Der Kauf neuer Räder – schwarze 20-Zöller von ASA – war zu dieser Zeit noch die harmloseste Maßnahme. Schwerer wog da schon die Neulackierung, die Frank fest eingeplant hatte. Die Inspiration dazu erhielt er aus dem TV: ”Ich sah im Fernsehen den Spot zum X1, der damals neu auf den Markt kam. Das Auto hatte eine wahnsinnig schöne Farbe. Für mich stand fest: Die musste ich für meinen 5er einfach haben”, erinnert sich der junge Familienvater an seine erste Begegnung mit dem Trendlack ”Marrakeschbraun metallic”.

Bevor die Karosse jedoch in dieses Kolorit gehüllt wurde, nahm das Schrauber-Trio weitere Veränderungen an ihr vor. So wurde die Motorhaube – überaus dezent und nur schwer erkennbar – im Bereich seitlich der Nieren verlängert, die Sicke in der Heckschürze geschlossen und das Kofferraumschloss sowie die serienmäßigen Seitenblinker entfernt. Stattdessen setzte Frank mit Hilfe seiner Freunde 3er-E46-Seitenblinker bündig in die Stoßleisten ein. Zum Schluss verordnete er der Karosse mittels US-Xenon-Hauptscheinwerfer mit orangefarbenen Blinkergläsern einen Hauch Old-School-Look. Zudem wurde sie noch ”entchromt”. Soll heißen: Shadowline-Scheibenrahmen ersetzten die Chrom-Rahmen, während der Endschalldämpfer schwarz lackiert wurde.

Zur Krönung des bis hierher erreichten setzte der junge Papa noch einmal diverse Akzente im Innenraum. Dazu gehörten ein Individual-Dachinnenhimmel und eine ”leckere” Nappa-Lederausstattung, die seinerzeit unter der passenden Bezeichung ”Caramel Heritage” in den Optionslisten für den M5 E39 zu finden war. Ergänzend dazu hielt ein M-Technik-2-Lenkrad mit Multifunktion und ein M5-E39-Kombiinstrument Einzug ins Cockpit, welches zuvor die weiße LED-Beleuchtung der Nachfolgegeneration E60 erhalten hatte. Für mehr Licht im Dunkeln sorgt darüber hinaus die originale Innengriff-Beleuchtung des 7er E38.

Wie so oft hatte auch Frank einige Freunde an der Hand, die ihm mit Rat und Tat zur Seite standen. Allein ist ein solches Projekt schließlich kaum umsetzbar. Deshalb möchte er sich abschließend nochmals bei den bereits erwähnten Buddies Andi und Henne, aber auch bei seinen Mitstreitern aus der Community www.e39-forum.de erkenntlich zeigen: ”Vielen herzlichen Dank für Eure Tipps, Anregungen und die vielen kurzweiligen Gespräche. Jungs, Ihr seid super!” Die kleine Lobeshymne erscheint mehr als angebracht, schließlich halfen sie alle dabei, das Projekt ”V-Power plus” erfolgreich zum Abschluss zu bringen.

Von: Marcel Kühler

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