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tii-Nachbau: 125i Coupé

tii-Nachbau: 125i Coupé

tii-Nachbau: 125i Coupé

Fotos: Marcel Kühler

Manchmal ist es gut, zweimal über eine Sache nachzudenken. So auch im Falle von Dennis von der Gathen, als er sich 2009 auf die Suche nach einem neuen Auto begab. Ein Audi TT sollte es werden – jedenfalls solange, bis der damals 24-Jährige erstmals in einem BMW mit dem berühmten Reihensechszylinder Platz nahm: ”Das war schon etwas anderes als der soundschwache Turbo-Vierzylinder des Audi. Die Laufruhe und die tolle Leistungsentfaltung gefielen mir so gut, dass ich nun unbedingt einen BMW haben wollte”, erinnert sich Dennis.

Folglich suchte er das Autohaus AHAG auf, um sich seinen Traumwagen zu konfigurieren. Er bestellte ein 125i Coupé in ”Alpinweiß” mit M-Aerodynamikpaket und korallrotem Leder. Das zu diesem Zeitpunkt bereits erhältliche Performance-Kit ließ er bewusst außen vor: ”Mir gefiel das M-Paket halt besser. Ich finde, dass gerade die Front damit so schön bullig aussah. Diesen sportlichen Look konnte die Performance-Schürze meines Erachtens nicht bieten”, erklärt der heute 26-Jährige. Gerade erst ausgeliefert, machte sich Dennis beinahe umgehend Gedanken darüber, wie er seinen Neuwagen etwas individualisieren könnte.

Er erinnerte sich an die bildschöne Studie mit der Zusatzbezeichnung ”tii”, die die Münchner im Jahr 2007 zum Launch ihrer Tuning-Linie ”BMW-Performance” vorstellten. Gerade die äußere Gestaltung des sportlichen Zweitürers erregte viel Aufsehen. Mit seiner schwarzen (Kohlefaser-)Motorhaube und der ”Kriegsbemalung” wirkte das Coupé wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, als der zur 70er-Jahre-Ikone stilisierte Sportableger des 2002 – ebenfalls ”tii” genannt – über die deutschen Landstraßen fegte.

Die Resonanz war groß. Junge und langjährige Markenfans nahmen den neuen tii begeistert an. Zu einer Serienfertigung kam es bekanntlich nie. Da Dennis seinen 125i aber genau in diesem Look haben wollte, musste er selbst aktiv werden. Der Gladbecker wendete sich mit seinen Plänen an die Recklinghäuser Firma Sturm Folientechnik. Der Fachbetrieb verwendete für einen täuschend echten tii-Look eine 3M-Folie in Kohlefaser-Optik und trug diese auf die Motorhaube und das Dach auf. Wie das große Vorbild erhielt der Nachbau eine BMW-Performance-Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel.

Einzig die Aluminium-Rahmen um die Seitenscheiben wollen nicht so Recht zur tii-Optik passen. Dennis´ Erklärung: ”Ich hatte den Wagen eigentlich mit glanzschwarzen Fensterkedern bestellt. Geliefert wurde er aber mit den Alu-Rahmen. Ich habe dafür eine Entschädigung von 400 Euro erhalten. Im Nachhinein bin ich froh darüber. Die schwarzen Leisten verkratzen nämlich ziemlich schnell. Das passiert bei Alu nicht so leicht.”

Der originale tii basierte auf dem 135i. Der wiederum verfügt über eine aufgeladene, 306 PS starke Variante jenes 3,0-Liter-Sechszylinders, der im Falle des 125i Coupé lediglich gedrosselte 218 PS bereitstellt. Ein Umstand, mit dem Dennis nur schwer Leben konnte.Dass das intern N52B30 bezeichnete Triebwerk auch ohne Turbolader deutlich mehr kann, beweist es in vielen anderen BMW-Modellen – beispielsweise im aktuellen X5 3.0si. Dort gibt der Allrounder satte 272 PS ab. Der junge Auto-Fan kontaktierte deshalb die Firma Winter Sport-Tuning, um den Motor von seinen Fesseln befreien zu lassen. Der im tiefsten Bayern beheimatete Betrieb versprach eine Leistungsausbeute von 274 PS, resultierend aus einer Überarbeitung der Elektronik inklusive der vollvariablen Ventilsteuerung Valvetronic.

Doch damit nicht genug: ”In Kombination mit dem speziell angefertigten Eisenmann-Auspuff liegen etwa 275 bis 280 PS an der Kette. Der Unterschied zum Ursprung ist jedenfalls gewaltig”, sagt Dennis, der das Potenzial seiner sportlichen Coupés gern ausreizt. Auch auf der berüchtigten Nordschleife des Nürburgrings. Hilfreich zur Seite steht ihm dort das straffe KW-Gewindefahrwerk und die griffigen Dunlop-Reifen des Typs ”SP SportMaxx” in 225/35 ZR19 vorn und 255/30 ZR19 hinten, die auf edlen BBS-CH-Einteilern gesattelt sind. Zehn Runden hat Dennis mit seinem individuellen 1er bislang in der ”Grünen Hölle” verbracht – womit er definitiv noch ein Novize ist. Aber wie heißt es so schön: Übung macht den Meister!

Von: Marcel Kühler

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