Alles begann im Dezember 2004 als ich auf der Suche nach einem Ersatz für meinen in die Jahre gekommen 3er Golf war. Eigentlich wollte ich damals einen 4er Golf haben, aber durch einen guten Kameraden vom Bund wurde ich glücklicherweise in Richtung BMW gelenkt. In Ingolstadt fand ich dann auch ein Auto, welches meine Anforderungen in allen Belangen erfüllte: ein arktissilberner 323ti mit toller Ausstattung, inklusive Leder, anthrazitfarbenen AC-Schnitzer-Felgen Typ II Felgen und H&R-”CupKit”-Fahrwerk.
Direkt bei der Probefahrt habe ich mich in das Auto verliebt, so dass ich es am nächsten Tag kaufte. Die erste Veränderung erfolgte in Form einer Schaltwegeverkürzung vom Z3 3.0i. Dies war gleichzeitig meine erste Schraubererfahrung – als Softwareentwickler gehe ich normalerweise eher Bürotätigkeiten nach. Aber ich fand Gefallen daran, und so habe ich nach und nach immer mehr in Eigenregie verändert. Dadurch musste ich leider auch feststellen, dass der Vorbesitzer alles andere als pfleglich mit dem Fahrzeug umgegangen war.
Deshalb habe ich die nächste Zeit damit verbracht, die Technik wieder auf Vordermann zu bringen. Die darauf folgenden Änderungen betrafen hauptsächlich die Bereiche Antrieb und Fahrwerk. Domstreben vorn und hinten sowie das Versteifungskreuz vom Cabrio sollten eine Steigerung der Querdynamik garantieren. Um der geänderten Fahrwerkssituation Rechnung zu tragen, wurden später zusätzlich Powerflexlager an der Vorder- und Hinterachse montiert. H&R-Stabilisatoren und ein Satz Stahlflex-Bremsleitungen ergänzten das Set-Up.
Da ich mich zwischenzeitlich etwas zu sehr an die 170 PS des M52-Motors gewöhnt hatte, änderte ich auch etwas am Triebwerk. So installierte ich kurzerhand eine M50-Ansaugbrücke sowie einen K&N-Austauschfilter und ließ das Kennfeld auf diese Modifikationen abstimmen. Wenig später machte das Getriebe schlapp. Im Zuge des Austauschs habe ich direkt eine Einmassen-Schwungscheibe vom M20-Motor samt passender Kupplung verbaut. Die Katalysatoren vom 328i, der Endschalldämpfer vom Z3 3.0 sowie ein neu eingestelltes und mit einer Sperre ausgerüstetes Hinterachsgetriebe aus einem Z3 2.8i stellten den vorläufigen Schlusspunkt in Sachen Technik dar.
Es folgten vorsichtige Änderungen an der Optik: Eine M-Technik-Frontschürze mit GT-Spoilerecken fand genauso ihren Weg ans Auto, wie schwarze Nieren, getönte Nebelscheinwerfer und Blinker sowie LED-Rückleuchten mit dunklen Blinkern. Auch die Felgen bedurften einer dringenden Überarbeitung, da der Vorbesitzer offenbar einen engen Kontakt mit Bordsteinen gepflegt hatte. Ich entschied mich dazu, sie schwarz pulverbeschichten zu lassen.
Nach dem BMW-Treffen in Würzburg 2009 fiel mein Auto einer typischen Krankheit des M52 zum Opfer: Die Wasserpumpe ging auf dem Heimweg kaputt, und ich verbrannte mir mit kochender Kühlflüssigkeit den rechten Arm. Dank guter Freunde, die sich um den Abtransport des BMW kümmerten, konnte ich ins Krankenhaus fahren, um meinen Arm behandeln zu lassen. Als alles repariert war, war ich froh, dass der Defekt scheinbar sehr glimpflich ablief. Nur vier Wochen später wurde ich eines Besseren belehrt: Urplötzlich lief der Motor sehr schlecht – die Zylinderkopfdichtung war defekt.
Da für mich aufgrund der Laufleistung keine Reparatur in Frage kam, sah ich mich nach einem Austauschmotor um und entschied mich für einen Sechszylinder Typ M52B28. Dank der Hilfe von ein paar unermüdlichen Helfen war das Sixpack – selbstverständlich mit allen bereits beim Vorgänger installierten Optimierungen – schnell getauscht. Nach diesem Eingriff war das Audiosystem fällig, da die ab Werk verbaute Anlage mich klanglich nicht vom Hocker riss. Also habe ich mit der Hilfe eines fähigen HiFi-Experten eine für mich passende Anlage zusammengestellt, welche aus Komponenten der Marke Helix besteht und mit Signalen aus einem Alpine-Radio gefüttert wird. Nach einer Woche messen, sägen, schrauben und kleben war der alltagstaugliche Kofferraumausbau fertig und der Klang auf ein deutlich höheres Niveau angehoben.
Zu diesem Zeitpunkt war ich mit meinem Auto sowohl was das Aussehen, als auch was die Technik betraf, super zufrieden. Die Ernüchterung folgte bei der ersten größeren Autowäsche nach dem Winter 2009/2010, als ich an einigen Stellen deutliche Rostspuren fand. Frustriert dachte ich darüber nach, das Auto zu verkaufen. Aber nach einigen Überlegungen und Gesprächen mit Bekannten stand fest: Der Compact wird neu lackiert und bleibt in meinem Besitz! Es folgen erste Gespräche mit dem Lackierer, und die Suche nach einer schönen Farbe begann.
Die Farbe, die mir am meisten zusagte, war ein Grau metallic von Aston Martin mit der Bezeichnung ”Tungsten Silver”. Nach etwa neun Wochen und zwischenzeitlichen Zweifeln, ob der Lack auf meinem BMW so wirkt wie erhofft, konnte ich das Ergebnis endlich in Augenschein nehmen. Ich war total happy: Das Auto sah einfach toll aus! Ein fettes Dankeschön an Sven Fritsche und Uwe Kleinschroth an dieser Stelle, die sich auch um Details, wie die Zierleisten, Spoilerlippen und Nieren rührend gekümmert haben. Im Zuge der Lackierung bekam der 3er übrigens das komplette M-Paket in Form von Spiegeln, Seitenschwellern sowie Front- und Heckschürze mit auf den Weg. Zur Abrundung habe ich zusätzlich GT-Ecken aus Echtkarbon an der Frontschürze angebracht.
Zwischenzeitlich hatte ich mir ein Alltagsfahrzeug angeschafft, so dass ich mich an dem Compact weiter ”austoben” konnte – vor allem im Innenraum, den ich mit etlichen Kohlefaser-Applikationen und einem originalen M3-E36-Kombiinstrument aufgewertet habe. Als ich über ein Forum dann ein super Angebot für zwei M3-E36-Sitze bekam, habe ich sofort zugeschlagen und die Sitze direkt nach dem Kauf zu Christoph Winterstein, einem von meinen Lackierern empfohlenen Sattler, gebracht. Das von einer guten Freundin angeregte Design mit schwarzem Leder und roten Kontrastnähten – passend zu den nachgerüsteten, ebenfalls roten Motorsport-Gurten – setzte er im Expresstempo und dabei handwerklich perfekt um. Gleiches gilt für das anschließende Veredeln der Rückbank, der Hutablage, der Mittelarmlehne und der Sonnenblenden. Als krönenden Abschluss schlug der Sattler vor, die Fußmatten auch entsprechend zu gestalten, was meines Erachtens super aussieht.
Auch Christoph möchte ich an dieser Stelle deshalb ein großes Dankeschön aussprechen – und ihm gleichzeitig noch ein wenig mehr Arbeit in Aussicht stellen. Abschließend gilt mein Dank noch den vielen Helfern, die mir während der letzten Jahre mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Da aber Stillstand einen Rückschritt darstellt, sind schon weitere Änderungen in Planung. So ist eine Überarbeitung des Kofferraumausbaus angedacht. Und auch im direkten Umfeld des Triebwerks wird zu einem passenden Zeitpunkt sicherlich noch ein Upgrade erfolgen. Wie genau das aussehen wird, wird sich aber erst noch entscheiden. Ich halte Euch auf dem Laufenden, versprochen!
Weitere Bilder und Infromationen zu diesem Fahrzeug finden Sie in BMW SCENE Ausgabe 01/12!
Von: Stefan Schuchardt
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