”Es war gar nicht so einfach, ein vernünftiges Auto zu finden”, erinnert sich der heute 35-jährige M3-Fan Adam Gryxa. Deutschland und die Schweiz durchstreifte er von Neuburg a.d. Donau aus nach Verkaufsinseraten, doch entweder traf er auf umgebaute Exemplare mit bearbeiteten Kotflügeln und Motortuning oder wirklich originale Fahrzeuge, deren Preise aber astronomisch hoch angesetzt waren. Nach etwa einem Jahr stieß er ”bei uns um die Ecke” im niederbayrischen Landkreis Kelheim auf den hier gezeigten Kat-M3, ein 88er Modell mit 195 PS. ”Damals sah er freilich anders aus”, schmunzelt der gelernte Kfz-Mechaniker und berichtet von Borbet-Alus, schwarzen Scheinwerfern, getönten Scheiben und anderem Zubehör.
Aber die Substanz machte im Verhältnis zu den 178.000 km Laufleistung einen guten Eindruck und der Verkäufer war einverstanden, dass Adam das Auto kurz beim BMW-Händler seines Vertrauens, dem Autohaus Schweitzer in Neuburg, vorstellen durfte: ”Bei denen hab ich mal ein Praktikum gemacht und mir dort schließlich den 'M-Virus' eingefangen!” Als man Adam nach einem kurzen Check auf der Hebebühne grünes Licht gab – auch angesichts des Preises – besiegelte der heutige Maschinenführer den Kauf sofort im Anschluss an die Probefahrt.
Apropos Probefahrt: Die war ziemlich beeindruckend verlaufen, wie sich Adam erinnert. Schließlich war es das erste Mal, das er hinterm Steuer des Objekts seiner Begierde saß. Insbesondere der Klang des Vierventil-Vierzylinders und die Art der Leistungsentfaltung begeisterten ihn: ”Adrenalin pur! Ich verliebte mich auf Anhieb in den Wagen.” Ein weiteres wichtiges Argument pro M3 waren selbstredend die optischen Reize, wie die sportlichen Schürzen oder die werksseitig verbreiterten Kotflügel sowie Seitenwände. Dem Leichtbau schuldete die Motorsport GmbH Schweller, Kofferaumdeckel und den Heckflügel aus Kunststoff. Die Heckscheibe ist beim M3 bekanntlich größer und flacher geneigt, während der entsprechend kürzere Kofferdeckel aus aerodyamischen Gründen gut vier Zentimeter höher sitzt als beim normalen 3er.
Das Breitenwachstum der Radhäuser richtete sich nach dem Verwendungszweck Rennsport: 10 Zoll breite Felgen sollten drunter passen, wenngleich serienmäßig schmächtige Alu-Gussräder in 7J x 15 Zoll mit 205/55 R15er Bereifung aufgezogen waren. Die Serienfelgen musste Adam erst einmal besorgen, denn eins stand für den Vertreter der ”reinen Lehre” fest: Der M3 sollte in den Ursprungszustand versetzt werden! Dazu organisierte er etliche gebrauchte Originalteile. Darunter DE-Scheinwerfer, gelbe Blinker, originale Rückleuchten mit den eigentlich ungeliebten gelben Blinkern und Außenspiegel – der Vorbesitzer hatte die dynamischen Rückblicker vom Nachfolger M3 E36 montiert.
Sogar die Evo-Frontlippe musste ihren zugewiesenen Platz verlassen, um das 1988er Modell wieder in den Werks-Trimm zu versetzen. Dabei wurden auch gleich die Radhausschalen und der hintere Stoßstangenträger erneuert, sowie etwas Rost an den A-Säulen bekämpft. In aufwändiger Kleinarbeit befreite der Neuburger schließlich die Wärmeschutzverglasung von der aufgeklebten Tönungsfolie. Bei der Technik konnte Adam wieder auf die Unterstützung des BMW-Autohauses Schweitzer bauen – etwa wenn es um spezielles Werkzeug ging. Die Einzeldrossel-Anlage wurde zerlegt und überholt, die Dichtungen des 2,3-Liter-16V gewechselt und ein Visco-Lüfter nachgerüstet.
Ansonsten blieb der hoch drehende Vierzylinder mit seinem Leichtmetallkopf unberührt, wie der abgeblätterte schwarze Schrumpflack dokumentiert: ”25 Jahre bewegtes Autoleben kann man ihm ruhig ansehen”, stellt Adam klar. Aber die Technik muss natürlich einwandfrei arbeiten, weshalb das Hinterachsdifferenzial neu abgedichtet, die Radlager getauscht und die hinteren Scheibenbremsen erneuert wurden. Keine Arbeiten waren am originalen M-Fahrwerk mitsamt seiner Gasdruckdämpfer nötig.
Die Lederausstattung in ”Cardinalrot” hatte hingegen über die Jahre gelitten, weshalb die Sattlerei Märkl in Karlshuld die Nähte der Rückbank auftrennte und sauber neu setzte. An der Seitenwange des Fahrersitzes musste ein Riss geklebt werden. Ansonsten gilt auch hier: Abnutzung ist in Ordnung – schließlich handelt es sich um die originale, nun 25 Jahre alte Werksausstattung! BMW spendierte dem M3 neben Sportsitzen mit Höhenverstellung übrigens ein Ölthermometer, das anstelle der Verbrauchsanzeige im Drehzahlmesser sitzt. Nicht original ist das spätere ”M-Technik II”-Lederlenkrad, das offenbar in Vorbesitzerhand nachgerüstet wurde. Den abgegriffenen Schaltknauf ließ Adam wiederum beim Sattler mit rotem Leder einkleiden.
Um die beim Kauf verwaisten Öffnungen für Lautsprecher wieder zu füllen, kaufte der M3-Fan Zweiwege-Systeme von JBL für vorn und die Hutablage. Mit Cassettenlaufwerk kommt das RDS-taugliche BMW-Bavaria-”C Business”-Radio in den DIN-Schacht. Es spielt meist Hits aus den 1980er Jahren, der großen Zeit des erfolgreichsten Tourenwagens der Welt, der etwa 1988 – im Baujahr von Adams Modell – neben der TW-Europameisterschaft gleich noch die nationalen Championate in England, Frankreich, Holland und Portugal gewann.
Neben der Rennsport-Historie ist dem Neuburger auch der Austausch mit anderen M3-Piloten wichtig, weshalb er für Fahrten zu Treffen und gelegentliche Familienausflüge rund 2.000 km pro Jahr zurücklegt. Dabei zählte das ”M Power World-Treffen” in München 2008 zu den ganz besonderen Erlebnissen des eingefleischten M-Jüngers, bei dem er sogar Tipps und Infos von Repräsentanten der Motorsport GmbH direkt bekam – gewissermaßen Ursprungszeugnisse aus erster Hand. Genau das Richtige für einen Verfechter des automobilen Reinheitsgebots!
Von: Gerald Sandrieser
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toll,das es noch unverheizte BMW M3 gibt,allen die so pfleglich mit den autos umgehen gebührt dank.was besseres hat BMW nie gebaut,das ist noch fahren pur,auch ohne "helferchen".gruss aus krefeld.
toll,das es noch unverheizte BMW M3 gibt,allen die so pfleglich mit den autos umgehen gebührt dank.was besseres hat BMW nie gebaut,das ist noch fahren pur,auch ohne "helferchen".gruss aus krefeld.
toll,das es noch unverheizte BMW M3 gibt,allen die so pfleglich mit den autos umgehen gebührt dank.was besseres hat BMW nie gebaut,das ist noch fahren pur,auch ohne "helferchen".gruss aus krefeld.
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