In einer eigenen Liga

In einer eigenen Liga: BMW 320i Touring (E30)

In einer eigenen Liga: BMW 320i Touring (E30)

In einer eigenen Liga: BMW 320i Touring (E30)

Fotos: Stefan Kuberka

Als Ralf Weber seinen BMW 320i Touring im Spätsommer 2006 übernahm, war der Zustand des in ”Sterlingsilber metallic” gehüllten Kombis alles andere als ansehnlich. Mit zerschlissenen Kunstledersitzen, stumpfem Lack und einem öltriefendem Motor reichte es rein optisch höchstens für eine Vier in der B-Note. ”Dafür stimmten Laufleistung, Technik und die allgemeine Beschaffenheit”, klärt Weber auf. ”Mit 120.000 Kilometern auf der Uhr, einem sauber schaltenden Getriebe und einer rostfreien Karosserie erwies sich der betagte 3er als optimales Ausgangsobjekt für mein Projekt.” Dessen Aufgabenstellung sah vor, einen schlecht ausgestatteten Touring zu finden, der entkernt und anschließend nach eigenen Wünschen neu aufgebaut werden sollte.

Der Startschuss für das große Upgrade des 320i fiel im Herbst 2006. Kernpunkt der ersten Etappe war die Überholung von Antriebsstrang und Fahrwerk. Hierzu demontierte Ralf das undichte Sechszylinderaggregat, zerlegte es und fügte es nach dem Tausch sämtlicher Verschleißteile feinsäuberlich wieder zusammen. Diesen Vorgang wiederholte er mit dem Getriebe, den Antriebswellen und dem Hinterachsdifferential. Danach widmete er sich dem Fahrwerk. Auch hier tauschte Weber die über die Jahre verschlissenen Komponenten wie Gummilager oder Querträger gegen neue Teile.

Damit nicht genug. Als krönenden Abschluss sah die erste Ausbaustufe die Installation eines G.A.S.Airride-Fahrwerks vor. Das speziell für Webers Auto angefertigte Luftfederungsfahrwerk sollte in Verbindung mit verstellbaren, gelben Koni-Stoßdämpfern für eine sportliche Fahrwerksabstimmung mit zahlreichen Justierungsmöglichkeiten sorgen. Um die pneumatische Suspension einwandfrei betreiben zu können, waren einige Vorarbeiten nötig. Neben der Anpassung der Fahrwerksaufnahme, mussten die Radhäuser des BMW rundum um mehr als 30 Millimeter geweitet werden. Ausschlaggebend hierfür war die Wahl der Rad-Reifen-Kombination. Die RH-”ZW3”-Felgen der Dimension 9,5 und 10,5J x 17 Zoll mit Pneus der Größenordnung 215/40 ZR17 an der Vorder- sowie 245/35 ZR17 an der Hinterachse benötigen deutlich mehr Spielraum als die zuvor verbauten Serienräder des Touring.

Im zweiten Anlauf knöpfte sich Ralf die Außenhaut des 320i vor. Nachdem die Spuren der letzen 20 Jahre aus dem Lack poliert waren, erhielt der Kombi einen Satz schwarz getönter Hella-Scheinwerfer nebst Xenonbrennern sowie eine originale BMW-Scheinwerferreinigungsanlage. Am Heck wechselte er die Standard-Rückleuchten gegen rot getönte MHW-Pendants aus. Außerdem tauschte er die originale Abgasanlage gegen eine handgefertigte German-Exhaust-Anlage ab Kat mit zwei 76 Millimeter starken Endrohren. Noch während der Umbaumaßnahmen am Body kam Ralf eine weitere zündende Idee: Sein Touring sollte im Stil des Hauses Burkard Bovensiepen, besser bekannt als Alpina, erstrahlen. ”Einfacher gesagt, als getan”, fügt er hinzu, ”im Vergleich zur Verarbeitung des goldenen Alpina-Seitendekors entpuppte sich die Montage des Frontspoilers und der Wechsel der Markenzeichen auf der Heckklappe als das reinste Kinderspiel. Bis ich die Folie gemeinsam mit meinem Kumpel richtig ausgerichtet und aufgebracht hatte, sind fast zwei Tage vergangen!”

Nur die Suche nach einer neuen Innenausstattung war nach Webers Angaben noch anstrengender. Grund: Alle Sitzplätzen sowie die Türverkleidungen und die Armaturentafel des BMW sollten in hellem grau erstrahlen. Die Fahndung nach dem gewünschten Mobiliar nahm über ein halbes Jahr in Anspruch. Das warten hat sich gelohnt. Nachdem Ralf etliche Offerten mangels Qualität der angebotenen Ware abgelehnt hatte, war ihm das Glück letztlich doch noch hold: ”Im Internet wurde die sandgraue Innenausstattung eines Touring für einen verhältnismäßig fairen Preis angeboten. Der Zustand der angebotenen Ware war optimal. Lediglich das mitgelieferte M-Technik-Lederlenkrad musste neu bezogen werden. Den Rest konnte ich nach einer kurzen Behandlung mit Lederpflege so einbauen”, dokumentiert der BMW-Fan.

Dass sich das Ergebnis von Ralfs bisherigen Mühen sehen lassen kann, bestätigen die bislang erzielten Erstplatzierungen auf zahlreichen Treffen. Knapp 30 hat er mittlerweile abgeräumt – Tendenz steigend. Damit sich dieser Umstand nach Möglichkeit  nicht so schnell ändert, hat er bereits zahlreiche neue Ideen, wie er seinen Touring noch weiter von der Masse abheben kann. Für das Innenleben seines E30 bedeutet das unter anderem: rote Sicherheitsgurte vom M3, ein komplettes Alpina-Wurzelholz-Dekor-Set sowie eine Verblendung der A-, B-, C- und D-Säulen in grauem Alcantra. Den wohl größten Coup wird Weber indes unter der Haube seines Touring landen. Das Sechszylinder-Triebwerk soll in naher Zukunft einem 4,4-Liter-V8 weichen. Spätestens dann spielt dieser Touring endgültig in seiner ganz eigenen Liga.

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt´s in BMW SCENE Ausgabe 02/11!

Von: Marc Timmer

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEPORSCHE SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK