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Sommer-Genuss: BMW 328i Cabriolet

Sommer-Genuss: BMW 328i Cabriolet

Sommer-Genuss: BMW 328i Cabriolet

Fotos: Marcel Kühler

Nein, man kann wirklich nicht behaupten, dass uns der Sommer 2011 verwöhnt hat. Auf ein verheißungsvolles Frühjahr folgte die große Ernüchterung – und die Erkenntnis, dass das Wetter in unseren Breitengraden dem viel zitierten Klimawandel durchaus zu trotzen in der Lage ist! Eine humorige Fanseite auf Facebook benennt die vier Jahreszeiten bereits in ”Frühjahr, A....loch, Herbst und Winter” um. Über 181.000 Menschen finden das gut – im Gegensatz zu den gefühlt tausenden Regenstunden, die der kalte Sommer 2011 für uns bereithielt.

Umso mehr genoss Markus Geiger die raren Sonnenstunden in seinem bildschönen E36 Cabriolet, das er in mehreren Stufen zu einem Einzelstück ausgebaut hat. Beim Kauf im Jahr 2007 befand sich der offene 328i zwar in einem sehr gepflegten, aber nach Markus´ Aussage auch in einem überaus langweiligen Zustand. Zu überzeugen wusste allerdings die Ausstattung, mit der das bayerische Genussmittel ausgeliefert worden war: Automatikgetriebe, Sportsitze inklusive Heizung, elektrische Verdeckbetätigung, Klimaautomatik, Autotelefon oder auch das Harman/Kardon-Soundsystem mit Woofer und CD-Wechsler waren ganz nach dem Geschmack des Österreichers.

Für etwas mehr Extravaganz musste er in der Folge jedoch selbst sorgen. Dabei half dem jungen Familienvater seine lange Erfahrung, auf die er als Hobby-Tuner zurückblicken konnte. Der kreative 29-Jährige hat in der Vergangenheit schon vielen Fahrzeugen verschiedenster Hersteller seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. Er entwickelte dabei eine große Affinität zum Münchner Autobauer: ”Ich habe mich schon an Opeln, VW, Audi oder auch Japanern gestalterisch ausgetobt. Aber irgendwie zieht es mich immer wieder zur Marke BMW. Besonders gut gefallen mir die sportlichen M-Modelle”, plaudert der gelernte Einrichtungsberater aus dem Nähkästchen.

Insofern verwundert es kaum, dass er als eine der ersten Maßnahmen ein komplettes M-Aerodynamikpaket mitsamt der Frontspoilerlippe des Sondermodells M3 GT nachrüstete. Außerdem erhielt der Innenraum eine Auskleidung in grauem Leder sowie ein Dreispeichen-M-Sportlenkrad. Ab 2008 folgte dann ein radikalerer Eingriff in das Erscheinungsbild des eleganten Zweitürers. Dieser hatte weitreichende Folgen für das luftige Interieur.

Das nachgerüstete hellgraue Leder wurde nämlich durch knallig blau Tierhäute ersetzt, die fortan die Sitze, die Rückbank, Teile der Armaturentafel, das Handschuhfach, den Lenkradpralltopf, die Tür- und Seitenverkleidungen sowie die Sonnenblenden einhüllten. Darüber hinaus erhielt der BMW Fußmatten und eine komplette Auskleidung des Kofferraums aus dem selben Material. Die Reste des Leders, welches stets mit Kontrastnähten in Rot und Gelb verarbeitet worden war, wanderten unter die Motorhaube und veredelten dort die Federbeinbrücke sowie diverse Verkleidungen.

Für etwas mehr Hör- und Seh-Genuss erweiterte Markus währenddessen die bereits ab Werk verbaute Harman/Kardon-Anlage um eine Pioneer-DVD-Headunit mit ausfahrbarem Bildschirm sowie weiteren Monitoren in den vorderen Kopfstützen. Ein Weitec-Tieferlegungsset, Klarglas-Scheinwerfer und Chrom-Räder des Typs ”Vault” von Barracuda waren weitere Beigaben zur Individualisierung des E36. Das auffälligste Merkmal der zweiten Evolutionsstufe des BMW neben dem außergewöhnlichen Leder: die Karosserie-Lackierung. Auf schwarzem Grund war das Cabrio mit einem großflächigen und farbenfrohen Blumen-Airbrushmotiv verziert. Auf der Motorhaube ließ Markus zudem das Konterfei des TV- und Hochglanzmagazin-Sternchens Collien Fernandes auftragen.

Genau diese Auffälligkeit des Arrangements war es dann aber auch, die dessen schnelles Ende besiegelte: ”Die Hingucker-Optik war für einen mittelfristigen Zeitraum zwar völlig okay, aber der grelle Stil gefiel mir irgendwann doch nicht mehr so gut. Ich wollte es lieber wieder etwas dezenter und habe mir gedacht, dass ich mal ein paar Old-School-Elemente mit in die Gestaltung einfließen lasse”, erklärt der Tiroler das Konzept hinter der (bis zum Fototermin) aktuellsten Ausbaustufe.

Jene gewollt etwas antiquiert wirkenden Elemente finden sich in Form von orangefarbenen Richtungsanzeigern an der Front, an den Seiten und am Heck – wobei die Heckleuchten viel Bastelarbeit erforderten. Der Grund: ”Ich wollte am Heck unbedingt klare Rücklichter haben. Im Zubehör gab es aber nirgends welche mit orangenen Blinkerbereichen zu kaufen, so dass ich sie mir selber bauen musste. Das war ganz schön tricky.” Ebenfalls etwas handwerkliches Geschick setzt die Erweiterung des M-Pakets durch M3-Kiemen der Baureihe E46 sowie Motorhaubenentlüftungen vom M3 E92 voraus. Die Karosserie ließ Markus nach diesen Arbeiten komplett neu in der aktuellen BMW-Farbe ”Sparkling Graphite metallic” lackieren.

Passend dazu verschwanden die Chromfelgen aus den Radhäusern, in denen heute schwarz lackierte M3-Einteiler in 7,5J und 8,5J x 17 Zoll mit Mischbereifung in 225/45 ZR  und 245/40 ZR17 untergebracht sind. Letzte Aufmerksamkeit galt wieder einmal dem Interieur. Es wurde mit ein paar Alu- bzw. Chrom-Accessoires und einem speziell angepassten Teppichsatz mit Nanobeschichtung – den Mercedes-Benz normalerweise in seine S-Klassen einbaut – nochmals verfeinert.

Dass dies nun der letzte Stand bleiben wird, ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Schließlich haben wir Markus als überaus kreativen Geist kennengelernt, der nur so vor neuen Ideen strotzt. Ein weiteres Indiz für unsere Theorie ist sein Familien-/Alltags-Vehikel. Dies aber ist eine andere Geschichte – nachzulesen in Ausgabe 01/12!

Von: Marcel Kühler

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