Artgerechte Haltung

Artgerechte Haltung: BMW Z4 3.0si Coupé

Artgerechte Haltung: BMW Z4 3.0si Coupé

Artgerechte Haltung: BMW Z4 3.0si Coupé

Artgerechte Haltung: BMW Z4 3.0si Coupé

Fotos: Marcel Kühler

Wenn sich Frank Schwichtenberg aus seinem flachen Sportwagen schält, ist man versucht, sich Sorgen um die Körperhaltung des gestandenen 1,90-Meter-Mannes zu machen. ”Alles kein Problem, ich sitze hervorragend in meinem Coupé”, wiegelt Frank ab. Und eine gute Sitzposition ist für ihn unerlässlich. Schließlich ist der BMW-Fan zig Runden im Jahr auf der Nordschleife unterwegs. Für dieses schnelle Hobby hat er seinen Z4 umfangreich optimiert. Adenauer Forst, Metzgesfeld, Brünnchen – diese und alle anderen facettenreichen wie herausfordernden Abschnitte der Nordschleife kennt Frank aus dem Effeff.

Gleichwohl bezeichnet er sich trotz einiger hundert zurückgelegter Runden immer noch als Novizen. Und genau diese Portion Demut fordert die einst von Jackie Stewart ”Grüne Hölle” getaufte Rennstrecke auch von all denen ein, die sie unbeschadet zu überstehen gedenken. Ein folgenschwerer Unfall blieb dem 42-Jährigen jedenfalls bislang erspart. Dies liegt zum einen an einer besonnenen, den eigenen Fahrkünsten entsprechenden Fahrweise und zum anderen an den zahlreichen Optimierungen, die der Z4 für Franks Passion erfahren hat.

Im Jahr 2008 als Jahreswagen vom freundlichen Händler erworben, schien der Zweitürer anfangs noch nicht sonderlich Ring-tauglich. Die (Voll-)Ausstattung umfasste unter anderem elektrisch verstellbare Sportledersitze, Navigationssystem und Wurzelholz-Dekor. Holz in einem rassigen Sportwagen? Undenkbar! Und so war dies auch eine der ersten Änderungsmaßnahmen: Frank entfernte die für ihn unpassenden Dekorleisten und ersetzte sie durch solche aus gebürstetem Aluminium. ”Alu passt auch viel besser zum kühl-technokratischen Charme des Interieurs”, findet das Szene-Urgestein. An der Performance änderte diese rein aus ästhetischen Gründen vorgenommene Maßnahme logischerweise nichts.

Schwerer wog da schon der Eingriff ins Fahrwerk. Das 2007er Coupé verließ die Montagehallen des Werkes Spartanburg im US-Amerikanischen South Carolina mit dem Standard-Fahrwerk. ”Dies mag für den Alltag zwar gut sein, aber für die Rennstrecke wollte ich dann doch etwas verbindlicheres”, erklärt der Nordrhein-Westfale, der folgerichtig ein M-Setup nachrüstete. Dies kombinierte er mit Eibach-Federn, die nicht nur eine Tieferlegung von rund 30 Millimetern mit sich brachten, sondern nach eigenem Bekunden auch eine zusätzliche Steigerung des fahrdynamischen Potentials.

Davon hatte der 3,0-Liter-Motor bereits im Serienzustand reichlich zu bieten – weswegen Frank von leistungssteigernden Komponenten erst einmal absah. Die einzigen kleineren Modifikationen in diesem Bereich waren eine Kennfeldoptimierung (inklusive Vmax-Aufhebung) von DS Motorsport und ein kernig klingender Endschalldämpfer von AC Schnitzer. Dass sein 265 PS starker Z4 mit einem Automatikgetriebe vom Band lief, war für den Hobby-Racer übrigens kein Nachteil: ”Durch die manuelle Eingriffmöglichkeit via Schaltwippen macht das Getriebe jede Menge Spaß. Die Gangwechsel gehen sehr schnell vonstatten – sogar schneller als mit einem manuellen Getriebe, würde ich sagen. Außerdem kann ich stets beide Hände am Lenkrad lassen und mich rein aufs Fahren konzentrieren, was auf der Nordschleife nicht das Schlechteste ist!”

Bei allem Augenmerk auf die Steigerung der Fahrdynamik konnten ein paar verschönernde Maßnahmen ebenfalls nicht schaden – zumal die gewählten Karosserieteile der Aerodynamik durchaus zuträglich sind. Im Einzelnen sind dies ein prägnant ausgeformter Frontschürzenansatz, ein dreiteiliger Heckflügel und ein bündig anlaminierter Heckdiffusor-Einsatz von AC Schnitzer. Hinzu gesellten sich stärker konturierte Seitenschweller vom werkseigenen Aerodynamikpaket sowie die gepfeilte Motorhaube und die Nieren vom M-Modell der ersten Generation der Z4-Reihe.

Ebenfalls optisch wie technisch punkten die einteiligen BBS-Räder im Format 8,5J x 19 Zoll. Denn neben einer schicken Linienführung achtete der Hersteller bei den Felgen des Typs ”CM” auf ein möglichst geringes Gewicht. Bereift sind sie am monacoblauen Coupé einheitlich mit Dunlop-”SP SportMaxx”-Pneus in 235/35 ZR19. An der Hinterachse kamen zudem Distanzscheiben vom Sauerländer Spezialisten H&R zum Einsatz.

Als jüngste Optimierung gönnte sich der Remscheider eine sündhaft teure Hochleistungsbremsanlage von Mov´it. Das motorsporterprobte System besteht aus Sechs- beziehungsweise Vierkolben-Festsätteln, die mittels Sportbelägen 342 x 34 Millimeter große, gelochte Scheiben in die Zange nehmen. ”Ich habe mich für eine Aufrüstung der Bremsanlage entschieden, weil die Serien-Anlage sehr früh zum Fading neigte und insbesondere bei Nässe nicht so wirklich vertrauenserweckend funktionierte. Bedenken wegen des hohen Preises hatte ich zu keinem Zeitpunkt, schließlich ging es hier um meine Sicherheit”, rechtfertigt Frank die kostenintensive Anschaffung, die freilich erst beim harten Einsatz auf der Rennstrecke ihr volles Potential entfaltet.

Einen Nachteil hat die ”artgerechte Haltung” des BMW jedoch: Die Zeitenhatz auf dem Nürburgring hinterlässt bereits nach einigen Runden viele kleine Spuren in Form von Steinschlägen. Dementsprechend lässt Frank nach jeder Saison die Front seines Fahrzeuges neu lackieren. Ein Opfer, das er allerdings gerne erbringt. Denn wie bereits erwähnt: ”Freude am Fahren” ist für ihn mehr, als nur eine leere Worthülse!

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt´s in BMW SCENE Ausgabe 02/11!

Von: Marcel Kühler

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