Story in BMW SCENE 04/2012: Einen doppelten Jägermeister, bitte!

Ein schneller Jägermeister: zehnter Gesamtrang beim DTM-Auftakt 1992, dem "Bergischen Löwen" in Zolder/Belgien, Foto: Carsten Krome

Ein schneller Jägermeister: zehnter Gesamtrang beim DTM-Auftakt 1992, dem "Bergischen Löwen" in Zolder/Belgien, Foto: Carsten Krome

Im Getümmel des Mittelfeldes: Ohne Werksmotoren hat es der orange Linder-BMW schwer, die Hersteller-Teams zu fordern, Foto: Carsten Krome

Im Getümmel des Mittelfeldes: Ohne Werksmotoren hat es der orange Linder-BMW schwer, die Hersteller-Teams zu fordern, Foto: Carsten Krome

Zukunftsmusik auf der Nürburgring-Nordschleife: Der Linder-M3 E36 steckt voller technologischer Tricks, bleibt jedoch bei 385 PS stecken, Foto: Carsten Krome

Zukunftsmusik auf der Nürburgring-Nordschleife: Der Linder-M3 E36 steckt voller technologischer Tricks, bleibt jedoch bei 385 PS stecken, Foto: Carsten Krome

Sternstunden mit dem Honda NSX: Armin Hahne, Jahrgang 1955, verlernt das Siegen nicht, 1993 tritt er parallel im ADAC-GT-Cup an, Foto: Carsten Krome

Sternstunden mit dem Honda NSX: Armin Hahne, Jahrgang 1955, verlernt das Siegen nicht, 1993 tritt er parallel im ADAC-GT-Cup an, Foto: Carsten Krome

Jägermeister und BMW – eine Ehe mit Unterbrechungen: 1984/85 fahren Walter Bruns 635 CSi-Coupés um die Tourenwagen-Europameisterschaft, Foto: Carsten Krome

Jägermeister und BMW – eine Ehe mit Unterbrechungen: 1984/85 fahren Walter Bruns 635 CSi-Coupés um die Tourenwagen-Europameisterschaft, Foto: Carsten Krome

Wie der Traditionssponsor aus Wolfenbüttel trotz Budgetknappheit ein legendäres DTM-Team aufstellte

BMW mischt wieder erfolgreich in der DTM mit und schließt eine Lücke, die sich vor annähernd 20 Jahren auftat. Damals, Ende 1992, stieg das Münchner Werk aus der Tourenwagen-Bundesliga aus, um neue Herausforderungen in der Zweiliter-Formel oder dem GT-Sport anzunehmen. Während die BMW-Vertragspartner dem Beschluss Folge leisteten und ihre M3 Sport Evolution aus der DTM zurückzogen oder verkauften, machte eine Dreier-Konstellation auf eigene Faust weiter. Profi-Rennfahrer Armin Hahne, der Allgäuer Rennstall-Besitzer Ludwig "Luggi" Linder und Geldgeber Jägermeister drehten in der DTM 1993 eine Ehrenrunde. Motorsport mit weiß-blauem Ursprung, eingekleidet in das Kräuterlikör-Orange aus Wolfenbüttel – diese Troika bleibt unvergessen. Zeitzeuge Carsten Krome (45), damals in PR-Diensten verschiedener Privatteams in der DTM, erinnert sich und öffnet sein Fotoarchiv.

Jägermeister und BMW: 1992 erfährt diese Partnerschaft nach sieben Jahren Pause eine Wiederbelebung. 1985 sind es die 635 CSi Coupés des Luzerner Automaten-Aufstellers Walter Brun gewesen, die in der Tourenwagen-Europameisterschaft für Farbe gesorgt haben. Die Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft, in der Gruppe-A-Fahrzeuge wie das elegante Sechser-Coupé ebenfalls startberechtigt sind, genießt zu dieser Zeit längst noch nicht den Nimbus, den die Namensänderung in Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft 1986 nach sich zieht. Der Aufstieg des nationalen Championats ist allerdings nicht aufzuhalten, und die Einführung des BMW M3 E30 eröffnet 1987 ungeahnte Dimensionen. Ab 1988 ist das Fernsehen mit dabei, und dank einer bis zu diesem Zeitpunkt beispiellosen Freikarten-Kampagne beim Saisonauftakt 1988 im belgischen Zolder füllen sich die Zuschauerränge. Freilich hat die sprunghaft zunehmende Popularität der Tourenwagen-Bundesliga durchaus ihre Schattenseiten. 1989 sickert am Rande der alljährlichen DTM-Präsentation auf dem Hockenheimring die Zahl 300.000 durch. Es ist der Betrag in D-Mark, den Teamchef Herbert Schnitzer für einen M3 der neuesten Generation nennt. Anscheinend völlig emotionslos erklärt er: "Die Autos haben inzwischen ihren Preis!" Und das Karussel kommt nicht mehr zur Ruhe – bis 1992 erreicht der Nennwert eines neuen BMW M3 Sport Evolution einen weiteren Schwellenwert. 350.000 D-Mark müssen nun kalkuliert werden. Die Ursachen: Evolutionsmodelle, Aerodynamik-Pakete, Drehzahlsprünge – auch 10.000 Kurbelwellen-Umdrehungen sind ab der Saisonmitte 1989 kein Thema mehr – und Millionenbudgets – pro Auto, wohlgemerkt – bestimmen das Bild. Aus der Tuner- und Privatfahrer-Meisterschaft entsteht ein reiner Werkssport, der die Privaten zur Abrundung des großen Ganzen aber noch braucht. Denkt man damals. Für die beteiligten Sponsoren zeichnet sich Anfang der neunziger Jahre ein übersichtliches Bild: Für den Einsatz eines halboffiziellen DTM-Autos mit Aussichten auf die Preisgeldwertung sind 750.000 bis 800.000 D-Mark zu veranschlagen und für einen vollwertigen Werkswagen eine runde Million. Da Ford Ende 1989 die Reißleine zieht und Neueinsteiger Audi zunächst ohne branchenfremde Geldgeber auftritt, verteilt sich der Markt der rasenden Litfasssäulen auf die Marken Mercedes-Benz und BMW.

An dieser Stelle kommt der Braunschweiger Journalist und Langstrecken-Rennfahrer Ekkehard Schimpf ins Spiel, der für den Wolfenbütteler Kräuterlikör-Fabrikanten Günter Mast und dessen Produkt Jägermeister den Motorsport-Etat verwaltet. "Geldverteiler“ nennt die Szene Menschen wie ihn und zitiert ihn damit auf die Insel der Glückseligen. Doch genau auf der sitzt Schimpf nicht, der messerscharf rechnen und taktieren muss – in einer Branche, in der die Chorknaben über ein Rennen nicht hinauskommen! Schimpf hat nämlich keine Million D-Mark in der Hinterhand, auch keine 750.000, nicht einmal 600.000...

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Story in BMW SCENE 04/2012: Einen doppelten Jägermeister, bitte!, Foto: Carsten Krome

Von: Carsten Krome

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