Ten Years after

BMW 325i Coupé (E36), Baujahr 1994 - Ten Years after

BMW 325i Coupé (E36), Baujahr 1994 - Ten Years after

BMW 325i Coupé (E36), Baujahr 1994 - Ten Years after

BMW 325i Coupé (E36), Baujahr 1994 - Ten Years after

Fotos: Marcel Kühler

Vitalij Penner aus dem schönen Bamberg hat sein Coupé bereits mehrfach komplett umgekrempelt. Dabei kam stets ein völlig neuer, eigenständiger Look heraus. Und auch die Technik wurde im Laufe der Jahre auf den neuesten Stand gebracht. Gekauft hat der BMW-Fan sein Auto jedoch in absolutem Serienzustand, wie er selber sagt: ”Mein 3er war komplett original und mit dem großen M-Paket sowie Kreuzspeichenfelgen des Typs 29 in 17 Zoll ausgerüstet. Auch Sportsitze hatte er damals schon ab Werk. Mir gefiel das Auto so schon sehr gut, deshalb habe ich ihn auch sofort gekauft.” Zehn Jahre sind seitdem vergangen, in denen sich einiges getan hat.

In einem ersten zaghaften Schritt wechselte der Bayer die Feder-Dämpfer-Kombination aus. An ihrer Stelle sorgte fortan ein höhenverstellbares FK-”Highsport”-Gewindefahrwerk für ein sportlicheres Fahrverhalten. Passend dazu tauschte der 31-Jährige die einteiligen BMW-Räder gegen Azev-A-Felgen ein, deren Sterne in Wagenfarbe lackiert waren. ”Ich musste die Räder mit Distanzscheiben kombinieren, da ein Freund von mir beim Ziehen der Radläufe etwas übertrieben hatte”, erinnert sich Vitalij mit einem Schmunzeln.
Auch wenn die Tuningmode eine relativ schnelllebige ist, finden sich manche Änderungen aus jener Zeit auch heute noch an dem Coupé wieder. Zu diesen ”Evergreens” gehören die originalen M3-Außenspiegel, die Rieger-Heckscheibenblende, die M3-E46-Kotflügelkiemen, die Gravur in der hinteren Scheibe auf der Fahrerseite und auch die cleane Heckklappe, die über einen Elektrotaster (5er E60) geöffnet wird. Auch einige Innenraumdetails haben die Jahre überdauert. Dazu zählen neben dem Raid-Lenkrad die Alu-Pedale und die Chromrahmen für die Instrumente, die Schaltkulisse und die Fensterheberschalter.

Eine nächste Umbauphase startete Vitalij im Winter 2002/2003. Dies betraf vor allem die Motorhaube, die im Stile des E36-Nachfolgemodells E46 upgedatet wurde: ”Wir haben eine E46-Coupé-Motorhaube zu etwa einem Drittel abgeschnitten und an die E36-Haube angepasst. Danach wurde ein böser Blick angeschweißt und die Kotflügelspitzen verlängert, so das die Kante vorn übereinstimmte. Da ich von Beruf Schweißer bin, konnte ich einiges selbst erledigen, beim Spachteln und Lackieren musste aber ein Profi ran. Von außen war das Auto dann erstmal fertig”, erläutert der Oberfranke, der sich fortan um die Technik seines BMW kümmerte.

Der altgediente M50-Reihensechser mit 2,5 Litern Hubraum musste seinen angestammten Platz zugunsten eines moderneren Triebwerks mit 3,0 Litern Hubraum räumen. Dieser M54B30 genannte Motor verfügt über 231 PS und gilt als einer der vielseitigsten Aggregate, die BMW in der jüngeren Vergangenheit gebaut hat. Das zeigt sich anhand der Tatsache, dass es in SUVs (X3 und X5) gleichermaßen verbaut war, wie in Familienlimos (3er, 5er und 7er) oder in Sportwagen (Z3 und Z4, jeweils Roadster und Coupé). Auch in Vitalijs 3er macht der Motor jede Menge Spaß, wie er selbst sagt: ”Ich bin froh, dass ich das Update gemacht habe, denn das Triebwerk fährt sich fantastisch. Der Umbau war halb so wild. Das Getriebe und die ganzen Anbauteile konnten vom alten M50 übernommen werden. Die Motorsteuerung und die Elektronik hat eine Firma in Würzburg gemacht, es wurde auch eine OBD-2-Schnittstelle nachgerüstet. Damit ist das Triebwerk voll diagnosefähig.”

Nicht ganz ohne war allerdings das Anpassen des Abgassystems: ”Die komplette Auspuffanlage stammt von einem M3 E46, der Fächerkrümmer vom M3 E36. Um den Endtopf unterzubringen musste ich die halbe Ersatzradmulde heraustrennen und ein paar neue Halter anschweißen. Der Heckdiffusor wurde dann an die vier Endrohre angepasst”, schildert der Hobby-Schrauber, der den gestiegenen Fahrleistungen vorn eine Bremsanlage aus einem 330i zur Seite stellte. Diese kombinierte er mit so genannten ”Greenstuff”-Bremsbelägen von EBC, die weniger Bremsstaub produzieren sollen, als herkömmliche.

”Grün” ist mittlerweile auch im Innenraum zu einem Leitmotiv geworden, seit Vitalij eine komplette M3-GT-Leder/Alcantara-Ausstattung nachrüstete. Praktischerweise waren an den Türverkleidungen bereits Jehnert-Doorboards verbaut, die jeweils mit vier 165er Tieftönern, einem 100er Mittentöner und einem 26er Tweeter bestückt waren. Nur die Bässe kamen dem Musikliebhaber nicht satt genug. Deswegen verstaute er im Kofferraum zwei zusätzliche Subwoofer von Audio Lightning, die wie die Lautsprecher von einer ESX-Endstufe gefüttert werden.
Im Winter 2008/2009 erfolgte das letzte große Facelift – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Front wurde wieder einmal komplett modifiziert. Diesmal sollte mit Teilen des Facelift-Coupés der Baureihe E46 eine modernere Optik erzielt werden.

Vitalij dazu: ”Zuerst wurde der neue Schlossträger eingesetzt. Dazu musste ich die Rahmenspitzen um etwa 60 Millimeter verlängern. Dann wurden die Scheinwerfer eingebaut und die Kotflügelspitzen daran angepasst. Als die M-Schürze montiert und angepasst war, musste die neue Haube konstruiert werden. Beide Motorhauben, also meine und die vom E46,  habe ich erstmal in ihre Einzelteile zerlegt. Das obere Blech der E46-Haube habe ich dann auf das Gerüst von der E36-Haube gesetzt. Dadurch konnten die Aufnahmepunkte erhalten bleiben.” Das Problem war nur, dass die E46-Haube kürzer als die vom E36 ist und der gelernte Schweißer deshalb im Bereich der Windschutzscheibe ein Stück der alten Motorhaube anbringen musste. Zum Schluss erhielt das Eigenbauteil noch einen bösen Blick und M3-Entlüftungen vom aktuellen M3.

Kein Wunder, dass ein solcher Aufwand einiges an Zeit verschlingt. Der Haubenumbau allein schlug schon mit 100 Stunden zu Buche. Dagegen waren die jüngsten Modifikation – die M3-CSL-Räder und die Karbonlook-Folie, die kurz vor dem Bamberger Treffen 2010 von der Firma Cool Cars auf die Motorhaube geklebt wurde – Peanuts. Aber wie so oft zeigt Vitalijs Beispiel eines ganz deutlich: Gut Ding will Weile haben!

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt es in BMW SCENE Ausgabe 05/10!

Von: Marcel Kühler

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