Moderner Schwarz-Weiß-Film

BMW 320i Limousine (E46), Baujahr 1999

BMW 320i Limousine (E46), Baujahr 1999

BMW 320i Limousine (E46), Baujahr 1999

BMW 320i Limousine (E46), Baujahr 1999

Fotos: Marcel Kühler

Bei der Marine kommt man auf Ideen. Als der Vogtländer Steffen Luther noch seinen Dienst für den deutschen Staat ableistete, lernte er Christian kennen, dessen Passion es war, BMW zu fahren und zu leben. Die Erzählungen von seinen beiden Autos, einem M3 E36 Cabrio (”Gabi”), sowie einem E46 Compact (”Theodor”) begeisterten ihn sofort. Er ließ sich von der Leidenschaft anstecken und beschloss, seinen in der Weihnachtszeit 2005 erstandenen 320i etwas modernes Leben einzuhauchen. In einem ausgelassenen Gespräch an Deck entstand also der Name ”Mandy”, angelehnt an ”M-Power”, mit dem ein umfangreiches Tuningprojekt begann.

Steffen hatte den 3er bis dahin anderthalb Jahre lang unangetastet gelassen. Im Sommer 2007 wurde die neue Ära dann erst einmal vorsichtig eingeleitet: Die Sechszylinder-Limousine musste auf den Boden der Tatsachen. Ein Sportfahrwerk von Weitec mit 40 Millimetern Tieferlegung an der Vorderachse und 30 Millimeter an der Hinterachse sowie die Rücklichter vom E46-Facelift und weiße Blinker vorn schafften eine solide Basis – das dachte der Ex-Marinesoldat zumindest. Als er zum ersten Tuning-Treffen fuhr, wurde auch er auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht. Denn er bemerkte, dass es gewisse Unterschiede zwischen einem gut aufgebauten 3er und einer Serienlimousine mit einem Sportfahrwerk gibt.

An diesem Tag fasste er den Entschluss, die Infektion nicht weiter aufzuhalten, sondern sich dem BMW-Virus völlig hinzugeben. Nach der Saison 2007 ging er auf Tauchstation und hatte genug Zeit, sich zu überlegen, wie man aus der etwas biederen Limousine eine Sensation machen könnte. Die Strategien beschränkten sich zunächst einmal auf traditionelle Werte, auf die sich der Vogtländer in Form einer Motorhaubenverlängerung und lackierter Teile im Motorraum besann. Eine besondere Herausforderung stellte der Kofferraumausbau dar, der heute wie eine kleine ” weiß-blaue Schiffskajüte” wirkt. Steffen verwendete Echtholz-Parkett, Spiegelzuschnitte sowie ein Z8-Modellauto, um etwas Noblesse zu verbreiten. Außerdem führte er eine Nierentransplantation durch, die ihre Spuren im Kofferraumboden hinterließ. Seine Initialen sind, durch Swarovski-Kristalle dargestellt, auf dem Kofferraumboden zu finden – ein Künstler will schließlich Spuren hinterlassen. Spuren hinterlassen auch die ungetragenen ”M-Sport”-Turnschuhe von Puma, die Steffen im Kofferraum zur Schau stellt.

Da der BMW von außen ebenfalls ein Blickfang sein sollte und Steffen der ”M-Power” Tribut zollen wollte, entschied er sich, das Dach, den Kofferraumdeckel und die Motorhaube mit Carbonfolie bekleben zu lassen und den Rest des Fahrzeugs in weiße Folie zu hüllen. In das Bild fügen sich auch die E46-“M-Kontur“-Felgen in 17 Zoll gut ein. Für die sportlichen Einteiler gab Stefan eine schwarze Lackierung des Sterns in Auftrag, das Bett sollte in traditionellem Silber erstrahlen. Im Winter 2008/2009 war Steffen das alles noch nicht ”M” genug. Er verbaute das M-Technik-II-Paket vom E46-Coupé, zu dem Front- und Heckschürze gehören und ließ seiner Kreativität am Kofferraumdeckel freien Lauf. Letztere hat nun die Optik der M3-CSL-Heckklappe und bringt damit ein paar sportliche Muskelpakete mit ins Rennen. Das hört sich zwar sehr einfach an, war es aber keinesfalls. Allein das Anpassen des M-Paketes vom Coupé an die Limousine war kein leichtes Unterfangen.

Für Steffen war der gelungene Umbau umso mehr eine willkommene Einladung den Wagen neu zu folieren – schließlich mussten die M-Technik-II-Teile und die Heckklappe ohnehin lackiert werden. Er suchte Björn Schulze von Cool-Tints auf, um sich trendgemäß mattes Weiß auf die Fahnen zu schreiben. Dazu kamen Einzelheiten, wie etwa der auf 4-Rohr-Auspuffanlage angepasste Heckdiffusor oder die Clubsport-Ecken an der Frontschürze, die mit Karbonfolie überzogen wurden. Das Zusammenspiel zwischen Schwarz und Weiß ist hier aber alles andere als das Ende aller Strategie.

Auch im Motorraum wurde das Thema ”Kontrast” konsequent umgesetzt: Das M52-Triebwerk zeigt sich ebenfalls im ”Schwarz-Weiß-Film” – so wie verschiedene weitere Teile im Motorraum. Über der Batterie wacht außerdem ein 1:18 Modell des eigenen E46, das der sächsische BMW-Fan von seinem Freund Nils Bloch geschenkt bekam. Nils hat Steffen ohnehin schon das ein oder andere Geschenk gemacht während der langen Freundschaft. Zum Beispiel fuhr er ”Mandy” zum BMW-Treffen in Bayreuth, als der Fahrzeugbesitzer zur Hochzeit seiner Schwester musste. Am Nachmittag meldete sich Nils dann per Telefon mit zittriger Stimme, um mitzuteilen, dass die Frontscheibe des 3ers gerissen sei, nachdem etwas aufgrund des starken Windes darauf gefallen war. Für Steffen war die Hochzeit nach dieser Nachricht ”natürlich gelaufen”. Am Abend nach dem Treffen meldete sich Nils dann erneut bei ihm und fragte, ob er noch kurz vorbei kommen dürfe, um ihm den Schaden zu zeigen. Statt einer kaputten ”Mandy” übergab Nils ihm jedoch überraschend einen Pokal, den der Wagen auf dem Treffen gewann...

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt ´s in BMW SCENE Ausgabe 01/11!

Von: Dennis Gauert

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