Mit überschaubarem Aufwand

BMW 328Ci Coupé, Baujahr 1999

BMW 328Ci Coupé, Baujahr 1999

BMW 328Ci Coupé, Baujahr 1999

BMW 328Ci Coupé, Baujahr 1999

Fotos: Marcel Kühler

Klasse statt Masse. Weniger ist oft mehr. Qualität statt Quantität. Die Aufzählung solcher Redensarten, die sich auf die Idee des Minimalismus beziehen, lässt sich beinahe beliebig weiterführen. Zudem können sie hervorragend auf Stephan Dalluhns 328Ci Coupé angewendet werden. Denn der schöne, in Essen beheimatete Bajuware wirkt zwar besonders und individuell, eine Unzahl an Zutaten brauchte es dafür allerdings nicht. Vielmehr sind die mit Bedacht gewählten Ingredienzien dafür verantwortlich, dass sich der sportliche Zweitürer, dessen Portale dank LSD-Beschlägen übrigens nach oben öffnen, vom grauen Einerlei des dichten Straßenverkehrs der Ruhrmetropole abhebt – und das trotz der beliebten und deshalb häufig gewählten Lackierung in ”Titansilber metallic”.

Sie steht in diesem Fall jedoch nicht alleine da. Die Motorhaube, das Dach und die Heckklappe sind nämlich kontrastierend zum silbrigen Rest mit einer glanzschwarzen Folie beklebt worden, was dem 3er einen fast schon gefährlichen Touch verleiht. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die sportlichen Anbauteile, die Stephan sich für seinen BMW ausgesucht hat. Im Einzelnen sind dies eine M-Technik-Frontschürze, die mit zusätzlichen Clubsport-Spoilerecken aufwartet, eine AC-Schnitzer-Heckscheibenblende sowie Seitenschweller und eine Heckschürze des österreichischen Anbieters Königseder. Abschließend erhielt die Karosserie neben hellen Coronaringen und AC-Schnitzer-Emblemen schwarze M3-E46-Kotflügelkiemen und ebenfalls schwarz lackierte Außenspiegelkappen.

Passend zu den übrigen düsteren Details des E46 montierte der 31-Jährige schwarz lackierte BMW-Leichtmetallräder des Typs ”V-Speiche 63” in 9J und 10J x 19 Zoll. Eigentlich sind sie auf der ersten Generation des X5 zu finden, machen aber in diesem ungewohnten Umfeld eine ebenso gute Figur. Die Bereifung fällt beim ”Ruhri”-Coupé mit 235/35 ZR19 vorn und 265/30 ZR19 hinten eine Nuance schmaler und natürlich bedeutend flacher aus als beim Geländedickschiff, das werksseitig 255/50 R19 beziehungsweise 285/45 R19 große Gummis trug. In Sachen Fahrwerk setzt der gelernte Fenstermonteur auf KW-Komponenten, die dem 3er zwar etwas Bodenfreiheit rauben, diesen Umstand dafür aber – laut Stephan – mit einem dicken Plus an Fahrspaß entlohnen.

Unter der Haube hingegen gibt’s – mit Ausnahme einer Aluminium-Federbeinbrücke – nichts Neues zu vermelden. Ergo leistet das via Eisenmann-Endschalldämpfer ausatmende 2,8-Liter-Triebwerk weiterhin 193 PS und vermag ein maximales Drehmoment von 280 Newtonmetern auf die Kurbelwelle zu stemmen. Und auch wenn das Triebwerk im Serienzustand verblieb, kümmerte sich der fürsorgliche Familienvater um eine Steigerung der aktiven Sicherheitsreserven. Als Resultat dessen sorgt nun eine Brembo-Bremsanlage für eine zuverlässige wie vehemente Verzögerung. Angesichts der möglichen Fahrleistungen, die das Coupé bietet (242 km/h Spitzengeschwindigkeit) sicher nicht die schlechteste Idee!

Ebenfalls einige gute Ideen hatte Stephan bei der dezenten Aufwertung des ab Werk mit Leder ausgeschlagenen Innenraumes. Sichtbar wird dies in der Dunkelheit. Dann nämlich kommt erst die blau-weiße Cockpitbeleuchtung so richtig zur Geltung. Außerdem brachte Stephan an den unteren Innenseiten der Türen SMD-Leuchtelemente an, die den Einstiegsbereich erhellen. Darüber hinaus ziert ein BMW-Schriftzug bestehend aus Swarovski-Steinchen die Klappe des kleinen Staufaches unterhalb der Klimaregelung. Schwarze Instrumentenringe, in schwarzem Klavierlack ausgeführte Dekorleisten, eine Schaltmanschette mit den typischen BMW-M-Farben und ein AC-Schnitzer-Emblem auf dem Lenkrad runden das Interieur ab.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Stephan es geschafft hat, mit überschaubarem Aufwand einen individuellen 3er auf die Räder zu stellen. Was aber keineswegs heißt, dass im derzeitigen Zustand bereits der Gipfel seiner Kreativität erklommen wäre. Denn der Essener hat bereits einige weitere Dinge in der Pipeline – beziehungsweise sogar schon verändert. Welche das im Einzelnen sind, werden wir dann zu einem gegebenen Zeitpunkt verraten.

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug finden Sie in BMW SCENE Ausgabe 06/10!

Von: Marcel Kühler

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