Green Hell

BMW 320i Touring Individual (E36), Baujahr 1996

BMW 320i Touring Individual (E36), Baujahr 1996

BMW 320i Touring Individual (E36), Baujahr 1996

BMW 320i Touring Individual (E36), Baujahr 1996

Fotos: Marcel Kühler

Johannes Haas ist bereits sein ganzes Autofahrerleben der Marke BMW treu – bis auf eine Ausnahme. Nachdem der heute 24-Jährige sein erstes Auto, einen mit Rieger-Teilen hergerichteten 318i E36, aufs Brutalste kaltverformt hatte, fuhr er eine kurze Zeit lang den Opel seiner Großmutter. Dies konnte jedoch unmöglich eine Dauerlösung sein: ”Ich hab mich mit dem 3er mehrfach überschlagen und lag anschließend auch im Krankenhaus. Als ich raus kam, war ich natürlich froh, dass ich den Astra meiner Oma benutzen durfte. Aber ich wollte schnell wieder einen schönen BMW mein Eigen nennen.” Es dauerte jedoch eine Weile, bis Johannes ein geeignetes Gefährt auftreiben konnte. Eines Tages aber sah er bei einem BMW-Händler seinen 320i Touring stehen. Es handelte sich bei dem bostongrünen Lifestyle-Laster um ein reichhaltig ausgestattetes Individual-Modell und war ab Werk mit dem kompletten M-Paket ausstaffiert.

Dennoch sollte der Kombi nicht lange in diesem Zustand verweilen: ”Natürlich sah das M-Paket toll aus. Aber es gab und gibt einfach so viele Touring, die damit umherfahren. Ich wollte einfach was Individuelleres”, gibt Johannes unumwunden zu. Das Wälzen zahlreicher Zubehörkataloge war die logische Konsequenz dessen. Fündig wurde der BMW-Fan schließlich bei Rieger-Tuning, wo er eine Frontschürze mit Karbonlook-Spoilerschwert und eine Heckschürze bestellte. Das sollte jedoch noch nicht alles gewesen sein: Der gelernte Kfz-Mechatroniker und heutige Student der Fahrzeugtechnik auf Lehramt schweißte den markentypischen Nierengrill an die Motorhaube an und verlängerte diese zudem im Bereich der Scheinwerfer in Blech, so dass der Touring einen ”bösen Blick” erhielt. Unter diesem verbergen sich Sonar-Scheinwerfer, die Johannes nachträglich mit Xenon-Brennern bestückte. ”So richtig einfach war das aber nicht. Ich musste die Öffnungen aufbohren, da sie für die dicken H1-Brenner schlicht zu eng waren”, erzählt er. Den Abschluss der Karosseriearbeiten bildeten in Wagenfarbe lackierte Stoßleisten und das Entfernen der Embleme sowie des Heckscheibenwischers.

Nun war es an der Zeit, die hochbeinige Optik des Serienfahrwerkes endgültig zu verbannen. Ein adäquates Mittel dazu stellte ein höhen- und härteverstellbares FK-Automotive-Gewinde dar. Dies sorgt dafür, dass die verchromten 17-Zoll-Felgen von SMC sehr satt in den Radhäusern stehen. Der sportlichen Optik entsprechend präsentiert sich auch der 2,0-Liter-Sechszylinder des Touring. Mit ein paar gezielten Eingriffen, wie überarbeiteten Einlässen, angehobenem Benzindruck oder einer Kennfeldoptimierung konnte Johannes die Leistungsfähigkeit von ursprünglich 150 auf 186,5 Pferdestärken anheben. Ein verbessertes Spurtvermögen sollte damit garantiert sein. Einer verbesserten negativen Beschleunigung hingegen sind Zimmermann-Bremsscheiben mit EBC-Belägen dienlich, die nun an der Vorderachse ihren Dienst verrichten.

Auch der Innenraum ist mit dezenten Mitteln in Richtung Sport getrimmt worden. Offensichtlichstes Merkmal dessen sind die Halbschalensitze, auf den Fahrer und Beifahrer Platz nehmen und sich mit Schroth-Sechspunktgurten festzurren. Der Einbau der Sitze war jedoch deutlich schwieriger als angenommen, wie Johannes einräumt: ”Da hat wirklich nichts gepasst! Die nötigen Anpassungen der Konsolen und Laufschienen haben drei Personen fast in den Wahnsinn getrieben. Letztlich hat es sich dann aber doch gelohnt, denn sonderlich häufig sieht man einen Touring mit solchen Schalensitzen nicht.” Dasselbe gilt wohl auch für die Prosport-Zusatzinstrumente, die in speziell an die A-Säule auf der Fahrerseite anlaminierten Fassungen sitzen.

Weitere Besonderheiten des ab Werk mit einem schwarzen Dachinnenhimmel eingerichteten Interieurs sind ein Chrom-Schaltkulissenrahmen, verschiedene Airbrushes auf den Türgriffen und der Handschuhfachleiste, Edelstahl-Pedalauflagen, ein Motor-Startknopf sowie Kippschalter zu Betätigung der grünen Unterbodenbeleuchtung. Außerdem bereichert eine Alpine-Anlage bestehend aus Moniceiver, Verstärker und Woofer das ab Auslieferung montierte BMW-Soundsystem. Versteckt im Handschuhfach sorgt im Übrigen eine PlayStation 2 für Kurzweil.

Das größte Vergnügen ist für Johannes freilich das nicht-virtuelle Fahren mit seinem umgebauten BMW. Weitere Veränderungen sind deshalb auch nur in homöopathischen Dosen vorgesehen. Denn eines steht fest: Bereits jetzt ist der Touring für seinen Besitzer einfach höllisch gut!

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug finden Sie in BMW SCENE Ausgabe 06/10!

Von: Marcel Kühler

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEPORSCHE SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK