Brandstifter

BMW 850iA (E31), Baujahr 1992

BMW 850iA (E31), Baujahr 1992

BMW 850iA (E31), Baujahr 1992

BMW 850iA (E31), Baujahr 1992

Fotos: Marcel Kühler

Der 850i war bei seinem Debüt ein Auto von einem anderen Stern. Einen solchen BMW hat das staunende Publikum bis dato noch nie gesehen. Die flache Schnauze mit den winzigen Nierchen und die ”Schlafaugen” ließen eventuell noch Erinnerungen an den legendären M1 zu. Hinzu gesellten sich klassische BMW-Coupé-Merkmale wie die fehlende B-Säule und die vollständig versenkbaren Seitenscheiben. Allerdings war die von Claus Luthe gezeichnete Karosserie keineswegs retro, sondern vielmehr ihrer Zeit eindeutig voraus, was viele potentielle Kunden abschreckte. Hinzu kam das überirdisch hohe Preisniveau des Reisecoupés, das weder so recht ein komfortbetonter Gleiter noch aber ein rassiger Sportwagen sein wollte. Dazu passt, dass der Innenraum zwar eher bescheidene Platzverhältnisse bot, dafür aber mit unzähligen Technik-Spielereien ausgerüstet werden konnte – gegen Aufpreis, versteht sich. Dennoch, der 8er war und ist für viele Markenfans ein absolutes Traumauto, das heutzutage halbwegs bezahlbar ist – zumindest, was den Einstandspreis angeht. Der Unterhalt kann durch die in vielen Fällen gern mal streikende Elektronik das Konto arg belasten. Diese Eigenschaft teilt er übrigens mit dem 750i E32, auf dem der 8er weitestgehend aufbaut.

Deshalb ist es wichtig, beim Gebrauchtwagenkauf ganz genau hinzuschauen. Nachvollziehbare Historie und wenige Kilometer sollten das Risiko minimieren, sich einen kostspieligen Blender in die Garage zu holen. Mathias Pahland berücksichtigte dies, als er 2005 nach einem E31 Ausschau hielt: ”Der 8er war schon immer mein Traumauto. Und da ich lange Freude an einem solchen Fahrzeug haben wollte, war es mir wichtig, ein Exemplar in gutem Zustand mit unbedenklicher Vorgeschichte zu kaufen.” Er wurde schnell fündig und erstand ein 1990er Modell in ”Calypsorot”. Der BMW war aus zweiter Hand (BMW-Autohaus und ein Notarzt) und hatte in 15 Jahren rund 143.000 Kilometer hinter sich gebracht. Angesichts des lückenlos ausgefüllten Scheckheftes und des augenscheinlich guten Gesamteindrucks, hatte Mathias keinerlei Bedenken, ein ehrliches Fahrzeug vorgefunden zu haben.

Ergo konnte er sich in der Folgezeit vollständig auf kosmetische Maßnahmen und die Individualisierung seines Coupés konzentrieren. Als erste Feintuning-Maßnahme spendierte der gebürtige Stuttgarter seinem 8er ein Sportfahrwerk von K.A.W. Und neue Räder. Dabei handelte es sich um dreiteilige Schmidt-Revolution-Alus des Typs ”TH-Line” in 9J und 10,5J x 17 Zoll. Für die Unterbringung der mit Hankook-Pneus in 245/45 ZR17 und 275/40 ZR17 besattelten Felgen mussten die Radhäuser sanft gezogen werden. Als akustische Unterstützung des sanften V12-Riesen erhielt der BMW eine Edelstahl-Abgasanlage von Reuter Motorsport. Anschließend galt es, einige Schönheitsfehler auszubessern – 15 Jahre gehen nun einmal nicht spurlos an einem Auto vorbei.

Mathias beschloss Nägel mit Köpfen zu machen und ließ seinen Bajuwaren, nachdem er einige kleinere Roststellen beseitigt hatte, komplett neu in der Originalfarbe lackieren zu lassen.
Doch damit nicht genug: ”Das Auto sollte noch einzigartiger werden. Ich entschied mich dazu, ein großflächiges Flammen-Inferno auf die Motorhaube und die Flanken airbrushen zu lassen. Außerdem trägt die Motorhaube einen roten Stier, der aber relativ harmlos ausschaut. Ich finde nämlich, dass es genügend ´böse´ Airbrushes gibt. Mein Motiv sollte die Kraft des Fahrzeuges ausdrücken, aber auch das Sanfte, dass der 8er mit seinem Komfort mit sich bringt”, erklärt der 33-jährige Familienvater die kunstvolle Optik des BMW. Als vorerst letzte Maßnahmen wurden die Embleme auf den Hauben und Felgen sowie die Radverschraubungen mit Swarovski-Steinen bestückt, und das Interieur erhielt ein Holz-Lenkrad mit Alpina-Emblem.

Dass der individuell gestaltete Gran Turismo mit seiner auffälligen Lackierung und den steinchenbesetzten Rädern beziehungsweise Emblemen nicht jedermanns Geschmack ist, weiß ”Brandstifter” Mathias sehr wohl: ”Natürlich ist mir bewusst, dass einige Leute meine 8er nicht mögen. Aber eigentlich ist mir das egal. Es ist schließlich mein Traumauto, das ich mir so gestaltet habe, wie es mir gefällt.” Mit diesem Selbstbewusstsein lässt sich der ein oder andere abfällige Blick wohl voller Gelassenheit ertragen...

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt ´s in BMW SCENE Ausgabe 01/11!

Von: Marcel Kühler

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEPORSCHE SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK