BMW pur

BMW M3 Coupé (E36), Baujahr 1998

BMW M3 Coupé (E36), Baujahr 1998

BMW M3 Coupé (E36), Baujahr 1998

BMW M3 Coupé (E36), Baujahr 1998

Fotos: Gerald Sandrieser

Erst kürzlich hat Christian Baur beide BMW-Embleme an seinem M3 erneuert: ”Aus kosmetischen Gründen – die waren nicht mehr so schön“, lächelt er. Dabei dachte er nicht eine Sekunde daran, sie zu cleanen und die darunter liegenden Vertiefungen mit Zinn einzuebnen. Auch ein neues M3-Logo für den Kofferdeckel hat er unlängst besorgt; ebenso neue Dachleisten und Chrom-Nieren. Sogar bei den Scheinwerfern – für viele der Einstieg ins Optik-Tuning – geriet der Geislinger nicht in Versuchung: beim BMW-Händler holte er neue Originalgläser und Streuscheiben. ”Ich würde ja nur die Linie vom Auto kaputt machen, wenn ich LED-Tagfahrlichter einbauen würde  – oder gar Lexus-Style-Rücklichter!”

Allein dies verdeutlicht bereits: Für Christian ist der E36 das schönste BMW-Modell; insbesondere als Coupé. Er besaß früher einen E30 (318iS), den er bereits klassisch-dezent umbaute, aber das vom Windkanal geprägte und Claus Luthe geformte E36-Design begeisterte ihn von Anfang an. Gerade beim Coupé wirkt der Fahrgastraum optisch nach hinten gerückt, sodass man schon im Stand sieht, dass hier ein Hecktriebler zum Sprung bereit ist. Die Dynamik des Profils wird in der M-Variante durch spezielle Schürzen und Schweller zusätzlich betont. BMW-Fans wissen, dass dieses Design so gut ankam, dass sowohl die Schweller als die Außenspiegel häufig kopiert und zu gefragtem Szene-Zubehör, nicht nur an BMW-Modellen, wurden.

Hier also das Original. Nachdem Christian den 318iS verkauft, die Ausbildung (beim BMW-Händler) abgeschlossen, in den Ferien jeweils gejobbt und gespart hatte, begann er 2009 damit, nach Coupés der 3,2-Liter-Serie Ausschau zu halten. In Darmstadt hatte er Glück: Das hier gezeigte 98er Facelift-Modell war aus einem drei Fahrzeuge zählenden Haushalt abzugeben. ”Ein top gepflegtes Auto, sehr schön außen wie innen und mit 82.000 Kilometern”, erinnert sich Christian. Man wurde sich rasch handelseinig und das Coupé hatte bald ein neues Zuhause in Geislingen. ”Ich hab nur ein paar Kleinigkeiten gemacht, um die Sportlichkeit etwas zu schärfen”, berichtet der Kfz-Mechatroniker. Ein KW-Gewindefahwerk hat er eingebaut und Sportstabilisatoren von H&R, vorn 28 und hinten 24 Millimeter stark. Die vom Vorbesitzer gefahrenen M-Felgen ”Styling 39” tauschte er gegen die ebenfalls originalen M3-Räder vom Typ ”M-Doppelspeiche 24”. Sie messen 7,5 und 8,5 x 17 Zoll, tragen 225/45- und 245/40-17er Pneus (Original-Dimensionen) und wurden lediglich mit Distanzscheiben etwas stimmiger ins Radhaus gestellt.

Vom begeisternden 3,2-Liter Hochdrehzahl-Sechszylinder konnte Christian allerdings nicht lassen. Zumal ihm ein Bekannter ermöglichte, ein geändertes Kennfeld aufzuspielen. Mit gleichzeitig montiertem Hamann-Fächerkrümmer und Supersprint-Endschalldämpfer stieg auch das Sound-Vergnügen, wobei Christian wahrscheinlich noch die Bremsanlage optimieren und eine Domstrebe verbauen wird.

Im sehr gepflegten Innenraum mit Lederausstattung herrschte eigentlich kein Handlungsbedarf. Seiten-Airbags, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Klimaautomatik – schon der Erstbesitzer war nicht knausrig gewesen, als die Aufpreisliste vor ihm lag. Christian hat jetzt vom ”Business”-Radio die Variante mit CD eingebaut und den Lederschaltknauf vom E46-Clubsport-Coupé. Als einziges ”Zubehörteil” könnte man die Veloursfußmatten mit M-Logo bezeichnen.

Bei der dynamischen Coupé-Karosserie des 1998er Modells ist´s nicht anders. Bereits als Werksextras wurden elektrische Ausstellfenster hinten, das leise surrende Schiebehubdach und der Heckspoiler geordert. Weiße Blinker waren ohnehin Serie, allerdings rüstete der BMW-Freund inzwischen auf mhw-Exemplare mit Standlichtfunktion um. Und er montierte die Spoilerecken vom M3 GT – dezent in Mattschwarz lackiert. Übrigens: Dies ist kein Sammlerstück, das nur am Sonntag Vormittag für eine kleine Runde Boulevard-Cruising genutzt wird. Knapp 9.000 Kilometer hat Christian in einem Jahr zurück gelegt und gewiss nicht im Bummeltempo. Auch das passt zur reinen Lehre eines M-Modells: Denn die Freude über das Design und den tollen Erhaltungszustand wird durchs ”Erfahren” der sportlichen Werte noch übertroffen!

Weitere Infos zu diesem Fahrzeug gibt es in BMW SCENE Ausgabe 01/11!

Von: Gerald Sandrieser

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