Stirbt die Formel 1?

Formel 1: FOTA gründet eigene Rennserie

Formel 1: FOTA gründet eigene Rennserie

Formel 1: FOTA gründet eigene Rennserie

Formel 1: FOTA gründet eigene Rennserie

Fotos: BMW Motorsport

Es ist der Supergau schlechthin: Die Formel-1-Teamvereinigung FOTA, zu der neben den Werksteams (BMW Sauber, Ferrari, McLaren-Mercedes, Renault, Toyota) auch Brawn GP, Red-Bull und Toro Rosso angehören, hat eine eigene Rennserie und somit den Bruch mit den F1-Organisatoren beschlossen.

”Wir haben abgelehnt, unsere Bedingungen der Nennung für 2010 zurückzuziehen. Die Teams haben somit keine andere Alternative, als die Vorbereitungen für eine neue Meisterschaft voranzutreiben. Eine Meisterschaft, die die wahren Werte der Teilnehmer und Partner darstellt”, heißt es in einer Erklärung der FOTA (Formula One Teams Association).

Vorausgegangen war dieser sensationellen Wendung ein monatelang schwelender Streit zwischen den Teams und der FIA um ein neues Regelwerk. Der Automobil-Weltverband macht sich seit längerem für eine extreme Kostenbeschneidung stark – nicht zuletzt, um für neue Teams ohne Werks-Background interessanter und somit unabhängiger von den Automobilherstellern zu werden. Die FOTA-Teams hingegen wollten eine schrittweise Umsetzung des geforderten Budgetlimits durchsetzen.

Die neue Rennserie – die bislang noch keinen Namen hat – dürfte auf der Infrastruktur der relativ unpopulären A1GP-Serie aufbauen, deren größter Anteilseigner und Motorenlieferant Ferrari ist. Die A1GP ist eine Art ”Winter-Formel-1”, in der diverse Länderteams in technisch identischen Fahrzeugen an den Start gehen. Mit ihr würde die FOTA laufende Verträge mit verschiedenen TV-Stationen und Rennstrecken, darunter Kyalami oder Silverstone, übernehmen – was die Organisation um einiges Erleichtern würde.

Der Automobil-Weltverband äußerte sich am Freitagvormittag (19.06.) umgehend zu den neuesten Entwicklungen: ”Die FIA kann kein finanzielles Wettrüsten zulassen und sich ebenfalls nicht die Regeln für die Formel 1 vorschreiben lassen. Die Deadline für die bedingungslose Einschreibung für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 wird heute Abend sein. Die Teilnehmerliste für die Weltmeisterschaft 2010 wird morgen bekannt gegeben.” Mal sehen, welche Überraschungen diese dann bereithält. Große Namen dürften darauf jedenfalls nicht zu finden sein.

BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen über die aktuelle  Situation: ”Die Teamvereinigung FOTA hat sich bis zum Schluss um eine Einigung bemüht. Leider ist die FIA von ihrer starren Haltung nicht abgerückt und hat darauf bestanden, dass sich die Teams zuerst einschreiben müssen und erst anschließend über die Regeln verhandelt wird. Das war für uns nicht akzeptabel.”

”Die FOTA sieht sich damit gezwungen, die Vorbereitungen für eine alternative Meisterschaft voranzutreiben. In der von der FOTA organisieren Serie werden die besten Fahrer und die besten Teams gegeneinander antreten. Das geschieht nach einem stabilen Reglement und in einer transparenten Führungsstruktur. Wir werden auch die Wünsche der Fans berücksichtigen, von denen wir insbesondere in den vergangenen Wochen sehr viel Unterstützung erhalten haben.”

”Seit ihrer Gründung im September vergangenen Jahres hat sich die FOTA dafür eingesetzt, die Kosten in der Formel 1 zu senken, die Attraktivität zu steigern und unabhängige Teams zu unterstützen. In dieser kurzen Zeit wurde so viel erreicht wie nie zuvor in der Geschichte der Formel 1.”

”Wir werden uns an diesem Wochenende zu diesem Thema nicht mehr äußern. Wir wollen uns hier ganz aufs Rennen konzentrieren und den Fans die Show bieten, die sie verdient haben.”

Von: Marcel Kühler

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