Kommentar: Kein Alkohol ist auch keine Lösung

Ist das die Lösung?

Die Bundesregierung hat gesprochen: am Superkraftstoff E10 wird festgehalten. Der gestrige E10 Gipfel, bei dem auch Vertreter der Automobilbranche und der Mineralölwirtschaft zugegen waren, ergab, dass eine bessere Informationspolitik geschaffen werden soll. Kurzfristig soll eine Verträglichkeitsliste an allen Tankstellen zur Information der Autofahrer ausliegen. Wenn eine Lösung nicht in Sicht ist, werden eben Flyer gedruckt. 
Letztlich seien die Ölkonzerne schuld – so zumindest Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Norbert Röttgen. Angesichts der brutalen Preisanstiege in den letzten Wochen, die dazu führten, dass E5 Super preislich auf das Super-Plus-Niveau gehoben wurde, klingt das zumindest halb richtig. 

Der Hauptgrund, weshalb E10 nicht getankt wird, ist wohl eher, dass die Hersteller bisher keine verbindlichen Garantiezusagen in Bezug auf den neuen Sprit geben und es für den Verbraucher bei Langzeitschäden im Nachhinein kaum nachprüfbar sein dürfte, dass der Motor durch E10 Schaden genommen hat.
Die Hersteller sollten geschlossen eine Garantie darauf geben, dass ihre Fahrzeuge für den Sprit geeignet sind und etwaige Langzeitschäden vom Hersteller getragen werden. Alles Andere ist nicht hinnehmbar und riecht nach Vetternwirtschaft – denn Werkstattkunden kann man immer gut gebrauchen. 

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung übrigens. Die Betankung von 93 Prozent aller Autos mit Benzinmotor auf deutschen Straßen sei problemlos möglich und es gäbe keine Bedenken bezüglich der Langlebigkeit der Motoren. Der Kraftstoffmehrverbrauch von 1,7 Prozent (bei guten 50 Litern sind das knapp 1 Liter Mehrverbrauch) spare dennoch Millionen Tonnen CO² ein, hieß es. 
Die Umweltpolitik wird scheinbar auf das Portemonnaie der Bürger abgewälzt und dabei ist nicht einmal klar, ob sie den richtigen Kurs fährt. Die Hilfsorganisation “Brot für die Welt“ warnt davor, dass die Nachfrage nach Bioethanol Flächen für den Nahrungsanbau in Anspruch nehme und der Hunger in der Dritten Welt steige. 
Unser Fazit: Wir tanken einen Liter mehr, damit in Afrika gehungert wird; unsere Motoren vertragen alle E10 aber eine Garantie gibt uns niemand und all diese Probleme werden durch das Drucken von Flyern gelöst. Danke, Norbert Röttgen.  

Von: Dennis Gauert

Kommentare aus der Community

Sie sind nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melden Sie sich über das Formular in der linken Spalte an und schreiben Sie hier Ihren Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEPORSCHE SCENEflash OPEL SCENEVW SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK