Ein Sportler im Maßanzug

25 Jahre BMW M5 - Baureihe E28 (1985)

25 Jahre BMW M5 - Baureihe E28 (Motor)

25 Jahre BMW M5 - Baureihe E34 (1992)

25 Jahre BMW M5 - Baureihe E28 und E34

Fotos: BMW AG

25 Jahre BMW M5 - Baureihe E34 (Motor)

1985 war ein überaus ereignisreiches Jahr: Das Wrack der Titanic wird entdeckt, der Privatsender Sat.1 geht auf Sendung, Commodore stellt den berühmten Computer “Amiga” vor, Fußballer Lukas Podolski und Ex-Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton kommen auf die Welt und Boris Becker siegt als erster deutscher sowie jüngster Tennisspieler aller Zeiten in Wimbledon. Außerdem stellt BMW in diesem Jahr ein Fahrzeug vor, welches die Gattung der Power-Limousine komplett neu definieren und fortan als Synonym für einen familientauglichen Sportwagen stehen sollte: den M5.

Ja, damals war die Welt noch in Ordnung – jedenfalls aus autoaffiner Sicht. Motorisierte Fahrzeuge galten noch nicht als Wurzel allen Umweltübels und Ingenieure, die bei mutigen Herstellern wie BMW beschäftigt waren, durften ihren Spieltrieb noch richtig ausleben. Was dabei herauskommt, wenn Profi-Tüftler den Motor eines veritablen Supersportwagens in eine kreuzbrave Familienlimousine verpflanzen, durften wir vor 25 Jahren  bestaunen, als der erste M5 das Licht der Welt erblickte.

Der Legende nach hatte der potente Viertürer seine Existenz den Bodyguards des damaligen BMW-Vorstandsvorsitzenden Eberhard von Kuenheim zu verdanken. Der Hintergrund war Folgender: Der Konzernlenker wurde zumeist in einer 745i Limousine chauffiert, während das Wachpersonal in herkömmlichen, 184 PS starken 528ern unauffällig folgte. Die Leibwächter hatten aber wegen der erheblich geringeren Leistung ihrer Fahrzeuge große Sicherheitsbedenken. Im Ernstfall wären sie im Gegensatz zu Kuenheims 252-PS-Turbo viel zu langsam gewesen, um hinterher fahren zu können. Aus diesem Grund traten sie an den Motorenfuchs Paul Rosche heran, mit der Bitte, einen seiner berühmten Sportmotoren unter die Hauben der 5er zu verpflanzen. Rosche fackelte nicht lange und holte ein Herz aus dem Regal, welches schon im legendären Supersportler M1 seinen Dienst verrichtet: den M88-Reihensechszylinder mit seiner damals nur im Rennsport üblichen Einzeldrosselklappenanlage. Die Idee M5 war geboren!

Clevere Marketingstrategen hatten den Weitblick, dass man mit einem solchen Fahrzeug durchaus auch Geld verdienen könnte. Ergo ließ man auch gut betuchte Autofahrer an der Fahrfreude, die der Über-5er aufgrund seines tollen 286-PS-Triebwerks und dem sportiven Fahrwerk bot, teilhaben. Allerdings mussten diese schon seit eh und je über ein gut gefülltes Bankkonto verfügen, denn nicht nur der Grundpreis von 81.000 D-Mark (1985) war alles andere als günstig. Auch jedes luxuriöse oder praktische Extra, wie Klimaanlage oder Wasserbüffel-Volllederausstattung ließ sich BMW sprichwörtlich vergolden. Nach zwei Jahren und 1.370 gebauten Exemplaren lief die erste Generation des M5 aus.

Doch schon im August 1988 kam der Nachfolger auf Basis der neuen, vor allem optisch bedeutend moderneren 5er-Reihe E34 auf den Markt. Es blieb beim bewährten Erfolgsrezept, welches als Ingredienzien eine bis auf Schweller, Räder und Außenspiegel nahezu unveränderte Karosserie und einen bärenstarken Motor vorsah. Letzterer basierte zwar auf dem vorangegangenen M88-Triebwerk, verfügte aber über etwas mehr Hubraum. Der Reihensechszylinder brachte es zunächst auf 315 PS, die wie beim Vorgänger ausschließlich über ein Fünfgang-Schaltgetriebe – erst ab 1994 bekam der M5 ein Sechsgang-Getriebe – an die Hinterräder gelangten.

Flash ist Pflicht!

Von: Marcel Kühler

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