Man sieht und hört es sogleich: Christian Köhlers in ”Silverblue metallic” lackierter 3er Compact ist einer von der wilden Sorte. Von Ferne kündigt er sein Kommen mit einem mächtigen Donnergrollen aus einer Bastuck-Abgasanlage mit zwei armdicken Endrohren an. In den Ohren des Tourenwagen-Freundes verheißt diese Intonation viel Gutes. Wenn der Compact endlich in Sichtweite gekommen ist, erfüllt er in jeder Hinsicht die Erwartungen, die seine brummige Geräuschkulisse aufbaute.
Lufthutzen in der nach E46-Art verlängerten und mit bösem Blick ausgestatteten Motorhaube outen den BMW als echten Heißsporn. Kühlung tut offenbar Not bei dem cool daherkommenden Compact, der bei Vollgas mit 235/30er und 265/30er Dunlop-”SP9000”-Pneus die Umgebung einnebelt. Der Kavalierstart mit extremem Gummiabrieb gehört zu Christians Spezialitäten. ”Wer hat, der kann”, lautet die Devise des 23-jährigen Metallbauers, der aus Gründen der Berufsehre alle Blecharbeiten am BMW selbst in die Hand nahm. Seine Profession, sein musikalischer Geschmack und die erlebte Freude am Fahren vermischen sich in dem Compact zu einem Speed-Metal-Dreiklang, der echt heavy ist.
417 PS treiben den BMW vorwärts. Diese Kraft schöpft das Fuhrwerk aus einem 3,2-Liter-M3-Motor. Die Steigerung der Serienleistung, die bei 321 PS lag, gelang mittels vergrößerten Ein- und Auslässen, bearbeitetem Kopf, einer Carbon-Airbox sowie Chip und 288o-Nockenwellen von dbilas. Dank Vmax-Aufhebung kommt Christian quasi unbegrenzt in Fahrt: Die Beschleunigung seines BMW von 0-100 km/h gibt er mit 4,1 Sekunden an. Die Höchstgeschwindigkeit des Boliden soll bei 280 km/h liegen. Und selbst wenn die Realität etwas anders ausschauen sollte: Falls Fahrleistungen der Maßstab für Erfolg sind, verfügt Christians Bolide über hervorragende Pokaljäger-Eigenschaften.
Etwas geringer sähen seine Erfolgsaussichten bei einem Schönheitswettbewerb aus. Denn in der M3-E46-Front des Compact zeigen sich die typischen Narben eines Draufgängers. Überhaupt ist dem Auto an vielen Stellen anzumerken, dass der Pilot es eher rustikal mag. Was soll's! Dieser Wagen ist schließlich nicht für die Vitrine bestimmt. Auf der Überholspur möchten sich die schwarz lackierten BBS-”CK”-Räder in 8,5J und 9J x 19 Zoll für ihn drehen. Im Rückspiegel des Vordermanns soll der BMW mit seinem Trimm, zu dem neben den bereits erwähnten Parts noch mächtig geweitete Radhäuser, eine stramm verbreiterte Spur, AC-Schnitzer-Spiegel, M3-Seitenschweller, Wiechers-Karbon-Heckscheibenblende und eine Rieger-Heckschürze gehören, Eindruck machen.
Apropos: Obwohl sich der Compact mit Sicherheit bei allen, die ihm begegnen, tief ins Gedächtnis gräbt, ist er gar nicht mal so unterschwellig angelegt. Mit einem H&R-Gewindefahrwerk ist die Bodenfreiheit des Compact so justiert worden, wie es der High-Speed-Modus des BMW verlangte. Die Verlagerung des Fahrzeugschwerpunktes per Absenkung um 60 Millimeter genügte, um die Fahreigenschaften des BMW mit Sicherheit zu verbessern. Zur Kategorie ”Safety first” gehören ferner gelochte-Brembo-Bremsscheiben rundum, Recaro-Vollschalensitze, Sabelt-H-Gurte und der Wiechers-Käfig.
Gelenkt wird im BMW mit einem Sparco-Volant. Für ideale Gangwechsel sind ein Autogauge-Drehzahlmesser mit Shiftlight und ein M-Schaltknauf installiert worden. GfK-Türverkleidungen flankieren das aktualisierte Setup des Innenraums, bei dem das Fehlen der hinteren Seitenverkleidung und der Rückbank Christians Wunsch nach Gewichtsreduktion zu schulden ist.
Der BMW-Fahrer will eben vorankommen, und da kann er sich unnötigen Ballast nicht leisten. Fazit: Die Stärke von Christians Compact ist seine Kraft und ihre dynamische Entfaltung.
Von: Mathias Ebeling
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